Mann vor Wohnhaus

Grüner wohnen

Das Leben im Rheinquartier in Lahnstein nimmt Fahrt auf. Nachhaltig und technologisch auf dem neuesten Stand entwickelt sich der Stadtteil stetig weiter. Was ist das Besondere an diesem neuen Lebensraum? Wir haben uns vor Ort umgeschaut und sind mit Bewohnern und Planern ins Gespräch gekommen.

Personen im Gespräch


Wenn Touristen an Deck der Ausflugsschiffe durchs malerische Rheintal nach Burgen und Schlössern Ausschau halten, erhaschen sie vielleicht auch einen Blick aufs Rheinquartier. Vom Fluss aus hinter Bäumen versteckt befindet sich der neue Stadtteil, rund zehn Kilometer von Koblenz entfernt, auf einem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände. Wer hier auf der rund sechs Hektar großen Nutzfläche sein neues Domizil bezieht, wohnt nun mitten im Weltkulturerbe. Einer der Bewohner ist Felix Schlothauer, der 2018 mit seiner Frau hier eines der ersten Häuser gebaut hat.

Für ihn steht fest: „Hier ist nicht nur die Lage traumhaft, sondern das Gesamtkonzept stimmt einfach. Dass wir alle Privateigentümer sind, aber dennoch eine Gemeinschaft bilden, war uns wichtig. Wir sind schon sehr gut mit den Nachbarn vernetzt und freuen uns, dass so viele junge Familien hier leben.“ Ebenso begeistert ist Schlothauer von dem Leistungsspektrum der evm. Denn diese liefert als Vollversorger nicht nur nachhaltige Energie, Technik und Wärme aus einer Hand, sondern ist auch ein kompetenter Begleiter in allen Bauphasen.

Selbst feste Pläne sind immer im Fluss 

Auch Peter Nebenführ, Projektmanager bei der evm, spricht gerne über „sein“ Rheinquartier: „Als wir 2016 als Energieversorger ins Stadtteilprojekt geholt wurden, standen die Grundideen bereits fest. Unser Versorgungskonzept mit neuen Technologien und innovativen Ideen konnten wir trotzdem passgenau einfließen lassen. Und im Laufe des Projekts haben wir es immer weiter verfeinert.“ Kleine Optimierungen und große Herausforderungen stehen bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung praktisch auf der Tagesordnung.


Straßenlaterne oder WLAN-Hotspot?

Sieht aus wie eine Straßenlaterne, ist aber ein WLAN-Hotspot. Die Kevag Telekom hat ein eigenes Quartiers-WLAN eingerichtet und betreibt dieses. Mehrere dieser Laternen sind so platziert, dass schnelles Breitbandinternet praktisch flächendeckend zur Verfügung steht.

» Mit dem Rheinquartier haben wir einen außergewöhnlichen Lebensraum geschaffen. Und die Technologien, die wir hier einsetzen, sind zukunftsweisend. «

Peter Nebenführ, Projektmanager Energieanwendungstechnik, evm

Auch die idyllische Lage in der Welterbe-Region hat das Projekt beeinflusst. „Alles, was den Blick auf die vielen historischen Burgen und Schlösser versperrt, ist nicht erlaubt. Eine hohe Bebauung war somit an vielen Stellen ausgeschlossen“, erläutert Nebenführ und fügt hinzu: „Aber nicht nur gesetzliche Grenzen, sondern auch individuelle Wünsche der Bewohner führen laufend zu Konzeptänderungen.“ So entschieden sich viele Eigentümer, lieber am Rand ihres Grundstücks statt wie geplant in der Mitte zu bauen. Dadurch mussten an vielen Punkten Leitungen umgelegt oder Sonderkonstruktionen entwickelt werden. „Aber aus Erfahrung wissen wir: Pläne sind immer im Fluss“, fasst Peter Nebenführ zusammen. Dennoch hätte er bei aller Flexibilität öfters lieber am ursprünglichen Konzept festgehalten: „Leider haben viele Grundstücksbesitzer auf so manche im Grundriss vorgesehene Begrünung verzichtet. Jetzt ist ein Großteil der Fläche versiegelt. Auch Spielplätze, Sportbereiche oder Parks gibt es aktuell nicht. Das ist schade. Aber immerhin gibt es viel Grün drumherum.“

Rheinquartier in Lahnstein
Das Rheinquartier in Lahnstein von oben – seit 2002 ist das obere Mittelrheintal und damit auch Lahnstein UNESCO-Weltkulturerbe.


» Hier ist nicht nur die Lage traumhaft, sondern das Gesamtkonzept stimmt einfach. «

Felix Schlothauer, Bewohner des Rheinquartiers

Smarte Technik aus einer Hand

Ob Ladestation fürs E-Auto oder Photovoltaik-Dach – für alle Menschen in diesem außergewöhnlichen Wohnquartier stehen neue zukunftsorientierte Technologien bereit. Die Versorgung mit nachhaltiger Fernwärme läuft bereits von zentraler Stelle. Für die Hausbesitzer eine saubere Lösung – denn die lästige Heizungswartung oder das Schornsteinfegen entfallen. Peter Nebenführ zeigt auf das ringförmige Leitsystem, das an der Baustelle der Hauptstraße sichtbar wird. Rund 20 verschiedene Leitungen und Kabel liegen dort. „Das ist die ‚Hardware‘, die direkt ins evm-Technikgebäude führt. Dort fließen verschiedenste Daten zusammen – wie zum Beispiel auch die lokale Wettervorhersage. So kann dank smarter Software ‚vorausschauend‘ Wärme bereitgestellt werden, exakt passend zu den klimatischen Verhältnissen“, beschreibt der Projektmanager die Situation. Durch Trafostationen an verschiedenen Punkten im Quartier können mögliche Störungen bereits frühzeitig erkannt und gezielt behoben werden, ohne das komplette System zu unterbrechen.


Zukunftsweisend: Fernwärme

In der quartiereigenen Technikzentrale steht ein Blockheizkraftwerk, das rund 350 Wohn- und Gewerbeeinheiten besonders umweltfreundlich mit Fernwärme versorgt. Das spart nicht nur CO2, sondern auch Platz für Heizkessel: Die Wärme kommt durch die Leitung direkt ins Haus.

Darüber hinaus hat die evm alle Voraussetzungen geschaffen, um das Quartier stets mit neuster Internet-Technik zu versorgen.  Felix Schlothauer bestätigt, dass bereits viele Nachbarn im Homeoffice arbeiten. Doch da er selbst täglich zur Arbeit fährt, freut er sich besonders über die Möglichkeit, eine Ladestation für ein E-Auto in der eigenen Garage zu haben. Auch die Straßenbeleuchtung ist für ihn ein echtes Plus: „Wir hatten Sorge, dass die Straßenlaterne direkt ins Kinderzimmer scheint. Doch drinnen bleibt es dunkel, und trotzdem sind die Straßen bestens ausgeleuchtet. Die Planer haben hier überall auf kleinste Details geachtet – genau das macht unser Leben hier so angenehm.“ 

Die Blaupause zum grünen Wohnen

Das Rheinquartier ist in seiner Form einzigartig. Doch viele der smarten, grünen Technologien sind natürlich auch anderswo umsetzbar – in Neubaugebieten ebenso wie in existierenden Wohnvierteln. Die evm entwickelt die Konzepte permanent weiter und passt sie laufend an die Bedürfnisse der Städte und Menschen an.

Warum die Mauereidechse das gesamte Bauvorhaben vorübergehend ins Stocken brachte und wie ihr Lebensraum letztendlich erhalten werden konnte, lesen Sie im Print-Magazin auf Seite 28.

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Mauereidechse