„Wahres Glück ist hausgemacht“

 Vier Generationen leben unter einem Dach an der Mailust 4 in Koblenz-Bubenheim. Das sind Theo, der im Herbst zwei Jahre alt wird, seine Mutter Nicole, Oma Helga und Uroma Maria. Zu seiner (männlichen) Verstärkung gibt es noch Paul Flöck, seinen Vater, und seinen Opa Jupp, Hans-Josef Caspers. Der Seniorchef ist auf diesem Landwirtschaftsbetrieb, der bereits in fünfter Generation besteht, aufgewachsen. Zum Erhalt des Hofes hatte die Familie vor über 20 Jahren eine fruchtbare Idee.

Mehr als zwei Jahrzehnte schon

„Eigentlich haben wir schon immer Erzeugnisse vom Hof verkauft“, erklärt Hans-Josef Caspers. „Früher kellerte man noch ein und die Menschen kamen im Herbst, um beispielsweise größere Mengen Kartoffeln zu kaufen. Das existiert heute gar nicht mehr in dem Maße, kein Saisongeschäft im klassischen Sinne. Das hat aber nicht nur Vorteile. Heutzutage muss man immer da sein.“ Kunden würden keine Saison mehr kennen, denn Supermärkte hielten auch zu Weihnachten Erdbeeren oder Spargel bereit. „Bei uns dürfen die Menschen wieder lernen, welches Obst und Gemüse zu welcher Jahreszeit gehört.“

Helga Caspers kam 1978 mit ihrer Heirat von Mülheim-Kärlich auf den Hof, einem sogenannten Gemischtbetrieb mit Tierhaltung. „Hauptsächlich Rindviecher“, wie die 60-Jährige schmunzelnd sagt. „Hühner haben nicht lang durchgehalten.“ Sie waren eher ein gefundenes Fressen für den Marder. „Du musst entweder ganz groß sein oder dich spezialisieren“. Anders ginge es heute nicht mehr, so Helga Caspers, die mit der notwendigen Portion Humor ausgestattet mit beiden Beinen im Leben steht.

„Hofladen bestimmt unser Leben“

„Wie können wir unseren Gemischtbetrieb mit Tierhaltung am Leben halten?“ mussten sich dann auch die Caspers fragen und kamen auf die Idee mit dem Hofladen. Wo sich einst drei Garagen befanden, finden sich seit 1997 die Leckereien des Hoflädchens.

„Wir haben erst einmal klein angefangen. Wenn wir gewusst hätten, wie gut sich der Laden entwickelt, hätten wir noch anders geplant“, meint Helga Caspers rückblickend. Der ursprüngliche Raum ist so geblieben wie er Mitte der 90er-Jahre gestaltet wurde.

„Wir haben den Laden in Eigenregie und mit Hilfe vieler Freunde umgebaut. Das Gute: sie konnten alle etwas anderes“, bemerkt Helga Caspers lachend. Bis auf zwei Kühltheken sei alles „Marke Eigenbau“.

Nachfolge gesichert

Die Tochter von Helga und Hans-Josef Caspers war die einzige der drei Geschwister, die Interesse an der Landwirtschaft zeigte. So kam es, dass Nicole Caspers (1982 geboren) mit abgeschlossener Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau und einem längeren Aufenthalt in den USA nach ihrer Rückkehr 2014 ihren Eltern eröffnete, dass sie sich vorstellen könne, den Laden (weiter)zuführen. Dieser Plan stieß auf große Gegenliebe. Nicole bringt neue Ideen ein und darf sie auch umsetzen. Keine Frage. „Klein, aber fein“, sagt sie über das Lädchen.

Nicoles Lebensgefährte und zugleich Theos Vater vervollständigt das Angebot des Hoflädchens. Paul Flöck betreibt Mutterkuhhaltung in Ochtendung. Alle Kühe – insgesamt 60 an der Zahl - sind dort geboren und werden mit eigenem Futter versorgt. Geschlachtet wird in Thalhausen (Westerwald), Metzger Thomas Koch in Mühlheim-Kärlich zerlegt das Frischfleisch.

Enkel Theo auf einem Traktor
Theo, Juniorchef in spe, mit voller Kraft voraus

Im Angebot (des Hofladens)

Schaut man sich im und vor dem Hofladen der Caspers um, fällt der Blick auf regionales Obst und Gemüse. Kartoffeln sind das Steckenpferd von Hans-Josef Caspers (Jahrgang 1956). Der Seniorchef investiert sehr viel Zeit und Arbeit in die Qualität, Lagerung und Verpackung der Erdäpfel. Die zufriedene Rückmeldung der Kunden bestätigt seine Mühen und seinen Einsatz immer wieder.

Je nach Saison gibt es Nüsse, Kürbisse, Konfitüren. Eier, Nudeln, Butter, Käse, Karottensaft, Holundersaft (Bio), Äpfel, Saisongemüse, Gewürze, Rapsöl, Spargel und Erdbeeren in der Saison, Honig, Wein, Liköre, Schnäpse.

Eine gute Wahl, um sich mit regionalen Lebensmitteln zu versorgen. „Das Wichtige: wir wissen, wo die Produkte herkommen“, erklären Mutter und Tochter Caspers. „Im Winter müssen wir größere Kreise ziehen. Dann stammen unsere Lebensmittel auch schon mal aus der Pfalz.“

Es finden sich auch Produkte aus Zukauf im Sortiment. Aber alles aus der Verwandtschaft oder dem Bekanntenkreis, ob Cousin, Bruder oder eben vom „Schwiegersohn“: Rindfleisch, Schinken, Hausmacher Wurst, Speck, Wurstwaren und Würstchen, Fleischkäse. Das Schweinefleisch beziehen Caspers ebenfalls aus der Region.


Die vollen Regale im Mailuster Hoflädchen
Das reichhaltige Angebot des Hofladens aus der Region

Eine große Familie

Es herrscht eine familiäre Atmosphäre auf dem Hof. Zu der Familie zählen nicht nur die Familienmitglieder Caspers & Co., sondern auch die Freunde, vor allem Silvia Kohnz, den Kunden bestens bekannt, und Jürgen Müller, der immer zur Stelle ist, (nicht nur) wenn Not am Mann ist.

Die Kundschaft besteht aus vielen Stammkunden, die sich durch alle Bevölkerungsschichten ziehen. Ihnen gemein ist, dass sie den Wert von gesunden Lebensmittel erkannt und/oder wiederentdeckt haben und zu schätzen wissen.

Der Laden wird angenommen. Familie Caspers kennt ihre Kunden. Das kommt an, denn neben gesunden Lebensmitteln, zählt auch das Zwischenmenschliche, das hier gelebt wird.

„Wir freuen uns mit unseren Kunden, leiden aber auch mit ihnen, wenn es mal nicht so richtig rund läuft.“
Werbung? „Unsere Werbung läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda. Menschen kaufen bei uns ein, sind zufrieden und erzählen davon. Viel mehr Werbung machen wir nicht“, erzählt Nicole Caspers.

Direkt vom Hof

Am besten macht sich jeder selbst ein Bild vom Direktvermarkter mit Hofladen und seinen zahlreichen regionalen Produkten, der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen.

Wer freundliche Bedienung und fachkundige Beratung wünscht, ist hier genau richtig.

 

Mailuster Hoflädchen

Hans-Josef & Helga Caspers

Mailust 4

56070 Koblenz

Telefon: 0261-84466

Fax: 0261-9833798

E-Mail: helgacaspers@@yahoo.de