Wie lade ich mein Elektroauto unterwegs?

Grundsätzlich ist das Laden eines Elektroautos nicht allzu kompliziert: Man fährt zu einer Ladesäule, steckt das Kabel ein, aktiviert den Ladevorgang, beendet den Ladevorgang sobald das Elektroauto ausreichend Strom geladen hat und entfernt den Stecker aus den Auto.
Trotzdem gibt es Kleinigkeiten, die es zu beachten gilt – besonders, wenn Du unterwegs laden möchtest. Im Dschungel der verschiedenen Abrechnungssysteme und -tarife ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Auch die Art und die Dauer des Ladevorgang variiert an den unterschiedlichen Ladestationen stark. Wir geben Dir eine Übersicht, worauf du bei öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos achten musst.


Wie viele Ladepunkte gibt es in Deutschland?

In Deutschland haben wir laut Bundesnetzagentur zum Jahresbeginn 2022 mehr als 58.000 öffentlich zugängliche Ladestationen für E-Autos. Davon sind circa 8.700 sogenannte Schnelladepunkte – die restlichen Ladesäulen sind Normalladepunkte. In den nächsten Jahren soll die Zahl der Ladesäulen aber noch stark steigen. Bis 2030 möchte die Bundesregierung eine Million öffentlich zugängliche Ladestationen in Deutschland schaffen.

 

Übrigens, auch die evm bietet öffentliche Ladesäulen in Koblenz und Umgebung an. Derzeit umfasst das Ladenetz 15 Ladesäulen, darunter drei Schnelladestationen. 

 

Wie funktioniert das Laden eines Elektroautos? Welche Arten von Ladesäulen gibt es?

Schauen wir uns zunächst die grundlegenden Unterschiede von Ladesäulen an. Prinzipiell gibt es zwei Varianten: Ladesäulen mit Wechselstrom (AC) und Schnell-Ladesäulen mit Gleichstrom (DC).

 

Bei Gleichstrom (DC) fließt zu jeder Zeit der Strom konstant in die gleiche Richtung und wird beispielsweise von Akkus wie bei einem Laptop oder eben einem E-Auto benötigt. Die dort eingesetzten Batterien sind stets Gleichstromquellen, da sie einen festen Minus- und einen festen Pluspol haben. Bei Wechselstrom (AC) fließt der Strom periodisch hin und her. Der große Vorteil des Wechselstroms (und Drehstroms) gegenüber dem Gleichstrom ist, dass man das Spannungs- und Stromniveau mit Hilfe von Transformatoren mit geringem Aufwand und wenig Verlusten anpassen kann.

 

Wechselstrom hat weiterhin den Vorteil, dass die Stromspannung relativ kostengünstig geändert werden kann. Zudem geht bei der Übertragung von Strom über weite Entfernungen bei Wechselstrom weniger Energie verloren als bei Gleichstrom. Deswegen funktioniert unsere Stromversorgung im Haushalt über Wechselstrom. Braucht ein Gerät jedoch Gleichstrom, enthält das Gerät einen Gleichrichter der Wechselspannung in Gleichspannung umwandelt. Dazu sind Bauteile nötig, die den Strom nur in einer Richtung passieren lassen und in der anderen Richtung sperren. 

 

So funktioniert auch das Ladeprinzip mit einem E-Auto. An den Ladesäulen mit Wechselstrom wird das E-Auto mit einem Typ 2-Stecker geladen, welcher in Europa für alle Wechselstrom-Ladesäulen als Standard festgelegt wurde. Da der Akku eines E-Autos jedoch eigentlich Gleichstrom benötigt, muss durch den Gleichrichter im E-Auto zunächst Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt werden. Dadurch ist die Ladeleistung bei Wechselstrom-Ladesäulen geringer und liegt üblicherweise bei maximal 22 Kilowatt (es gibt auch AC mit über 40 kW).

 

An Ladesäulen mit Gleichstrom ist die Ladeleistung deutlich höher, da der Ladestrom schon in der Ladesäule gleichgerichtet wird und ohne Umwege in die Batterie eines E-Autos fließen kann. Deswegen werden diese Säulen auch Schnellladesäulen genannt. Auf Autobahn-Raststätten gibt es häufig Ultra-Schnelladesäulen, um auf längeren Reisen nicht allzu viel Zeit zu verlieren. Diese laden je nach Fahrzeug mit bis zu 350 Kilowatt Leistung.

 

Wie lange muss ein E-Auto laden?

Wie lange Dein E-Auto zum Laden braucht, hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab: Der Ausstattung Deines Elektroautos, wobei hier vor allem die Größe und Bauart des Fahrakku eine große Rolle spielt, und der Ladesäule, die Du anfährst. Je größer die zu ladendende Kapazität im Akku und je kleiner die Leistung der Ladesäule, desto länger dauert die Ladezeit des Elektroautos. Jedoch spielen auch weitere kleinere Faktoren wie die Akkutemperatur, der Akkufüllstand und die Umgebungstemperatur eine wichtige Rolle bei der Ladezeit.

Wie wir bereits wissen, laden Wechselstrom-Ladestationen üblicherweise mit einer Ladeleistung von bis zu 11 und seltener bis 22 Kilowatt und mehr. Bei Gleichstrom-Ladestation üblicherweise mit 50 bis 150 Kilowatt und maximal bis 350 kW.

Um die Ladezeit Deines E-Autos errechnen zu können, benötigen wir folgende Formel: Ladezeit = nachzuladende Batteriekapazität / durchschnittliche Ladeleistung.

 

Mit einer Batteriekapazität von 50 Kilowattstunden lädt ein Peugeot e-208 an einer Wechselstrom-Ladestation mit 11 Kilowatt, etwa 4,5 Stunden von fast leer bis fast voller Kapazität. An einer Gleichstrom-Ladestation mit 50 Kilowatt Ladeleistung beträgt die Ladezeit des Elektroautos nur eine Stunde. Aber auch diese Rechnung ist eine grobe Betrachtung, da das Batteriemanagementsystem des Fahrzeuges den Ladezustand der Batterie über den gesamten Ladevorgang überwacht und am Ende des Ladevorgangs die Ladeleistung reduziert.

Um die Batterie Deines Elektroautos effektiver zu nutzen und die Lebensdauer zu verlängern, solltest Du Vollladungen auf 100 Prozent nur kurz vor Beginn von langen Fahrten durchführen. Der Akku in Deinem E-Auto fühlt sich am Wohlsten im Bereich zwischen 30 und 80 Prozent. Damit erreichst Du übrigens auch meist die optimale Lade- und Fahrzeit auf längeren Strecken.

 

Wie zahle ich an einer Ladestation?

Das Laden an einer öffentlichen Elektrofahrzeug-Ladestation wird meistens über eine Ladekarte oder eine Ladeapp des jeweiligen Elektromobilitätsproviders abgewickelt. Dafür ist meist eine Registrierung beim Anbieter erforderlich. Mit Hilfe einer Elektroauto-Ladekarte oder einer Ladesäulen-App wird der Ladevorgang abgerechnet. Die Entscheidung, welche Ladekarte für Dein Fahr- und Ladeporfil am besten geeignet ist, fällt bei der hohen Anzahl der verschiedenen Ladekarten in Deutschland gar nicht so einfach.

 

Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, gibt es Roaming-Verbunde, über die auch Ladesäulen von verschiedenen Anbietern genutzt werden können. Auch Autohersteller haben ihre eigenen Ladekarten und Kooperationen und bieten ein oft günstiges eigenes Abrechnungssystem an.

 

Einzelne Automodelle nutzen die Funktion „Plug & Charge“, wodurch Apps und Ladekarten überflüssig werden. Das Fahrzeug kommuniziert selbständig mit der Ladesäule und die Ladekosten werden, durch hinterlegte Zahlungsinformationen, ohne weiteres Zutun automatisch abgerechnet.

 

Seit 2017 muss auch ein sogenanntes „Ad-hoc-Laden“ möglich sein. Das bedeutet, dass man mit einem Smartphone den Ladevorgang über das Einscannen eines QR-Codes, der Webseite oder der App starten kann. Mithilfe dieser Regelung soll sichergestellt werden, das Elektromobilisten einen diskriminierungsfreien Zugang zu öffentlichen Ladesäulen erhalten

 

Mit einer evm-Ladekarte stehen Dir dank Roaming-Kooperation über 30.000 Ladepunkte in ganz Deutschland und über 143.000 Ladepunkte in Europa zur Verfügung. Du kannst unsere E-Mobilkarte ganz einfach online beantragen

 

Was kostet es, ein E-Auto zu laden?

Tanken eines Elektroautos


Unterwegs sind die genauen Ladekosten eines E-Autos und somit das günstigste Angebot durch die vielen verschiedenen Lade- und Abrechnungsmodelle nur schwer zu durchschauen. Meist gibt es Abbuchungen beim hinterlegte Zahlungsmittel, aber es gibt auch Prepaid-Tarife, und Flatrates. Im Allgemeinen wird nach der Lademenge, seltener nach der Zeit oder Kombination aus Beiden abgerechnet. Fast verschwunden sind Abrechnungen pro Ladevorgang. Zusätzlich zur geladenen Zeit oder Lademenge kann je nach Anbieter eine weitere monatliche Grundgebühr anfallen. Außerdem gibt es viele Anbieter, die eine „Blockiergebühr“ berechnen. Hier sollte man den Ladevorgang rechtzeitig beenden und den Ladepunkt für andere Fahrzeit frei machen.

 

Die gängigsten Gebühren im Überblick:

Lademenge Die meisten Anbieter stellen die Lademenge, also die kWh, die Ihr Elektroauto lädt, in Rechnung.

Grundgebühr Zusätzlich zur geladenen Zeit oder Lademenge kann je nach Anbieter eine weitere monatliche Grundgebühr anfallen. Diese fällt immer an, unabhängig von der Lademenge und Zeit.

Startgebühr Es fällt ein einmaliges Entgelt für das Starten eines Ladevorgangs an.

Blockiergebühr Es gibt Anbieter, die eine Gebühr verlangen, wenn der Ladepunkt nach dem Laden nicht kurzfristig für andere Fahrzeuge frei gemacht wird.

Abhängig vom Betreiber der Ladestation können diese Preiskomponenten auch miteinander kombiniert werden.

 

Um die Abrechnung transparenter zu gestalten, möchte die Bundesregierung in Zukunft eine einheitliche Abrechnung über die Lademenge. Dieses Abrechnungsmodell ist auch meist das gängigste, wobei die Ladekosten pro kWh für ein Elektroauto nach der Ladegeschwindigkeit variieren. An Ladestationen mit Wechselstrom (AC) zahlt man dann weniger als bei Ladestationen mit Gleichstrom (DC). Je größer die Batterie, desto mehr Energie können wir laden. Von einer großen Batterie sprechen wir bei einem Auto mit 60 Kilowattstunden. Insgesamt beeinflusst natürlich die Fahrweise sehr stark den Verbrauch, die Reichweite und damit auch die Kosten.

 

Durchschnittlich kann man zur Zeit von etwa 40 Cent pro Kilowattstunde an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen ausgehen. Rechnet man die Stromkosten eines E-Autos des Modells Peugeot e-208 und einer Batteriekapazität von 50 Kilowattstunden, ergibt sich 20 Euro für eine volle Aufladung. Dies entspricht, bei durchschnittlichem Verbrauch des Fahrzeugs, einem Preis von unter 7 Euro pro 100km Fahrstrecke.

 

Fazit

Obwohl der eigentliche Vorgang des Ladens nicht allzu kompliziert ist, gibt es beim Laden eines Elektroautos einiges zu beachten. Besonders die im Auto verbaute Ladetechnik und die genutzte Ladesäule beeinflussen die Ladezeit des E-Autos, die finalen Stromkosten beeinflusst jedoch hauptsächlich die Fahrweise und damit der Verbrauch eines E-Autos. Für welchen Tarif Du Dich entscheidest, sollte von Deinem Fahrprofil abhängen: Bist Du häufig in verschiedenen Regionen unterwegs, könnte ein Ladekarten- /oder App-Anbieter der über Roamingabkommen bestens vernetzt ist die beste Wahl sein. Fährst du oft und viel in der Region? Dann ergibt sich trotz monatlicher Grundgebühr bei einem örtlichen Anbieter wie der evm eine sinnvolle Abrechnungsmöglichkeit.

Mit einer Wallbox zu Hause lädst Du Dein Auto kostengünstig dann, wenn Du es nicht benötigst, zum Beispiel über Nacht. Mit unserem Installationskostenrechner erfährst Du innerhalb von zwei Minuten, was eine Installation bei Dir zu Hause grob kosten würde. 


Du interessierst Dich für Elektromobilität?
Dann bleib mit unserem Newsletter dazu immer auf dem Laufenden. Jetzt anmelden unter evm.de/emobil.