Verlässlichkeit hat Geschichte: 140 Jahre Energie für die Region

Drei Personen besprechen sich in einem Büro, wobei eine Frau sitzt und Notizen macht, während die anderen stehen. Große Fenster im Hintergrund bieten Ausblick auf Gebäude.

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Elektrischer Straßenbahnwagen der KEVAG um 1900 in Koblenz; die Straßenbahn verband ab 1899 Mobilität und Stromversorgung in der Region. 
Von 1899 bis 1967 fuhr die „Elektrisch“. Die erste elektrische Straßenbahn in Koblenz fuhr vom heutigen Görresplatz bis zum Schützenhof.

KOBLENZ. Als im Herbst 1886 in Koblenz die „Coblenzer Straßenbahn-Gesellschaft“ gegründet wurde, stand die Stadt am Beginn einer längerfristigen Modernisierung. Koblenz wuchs, neue Stadtteile entstanden, Verwaltung, Militär und Industrie brauchten funktionierende Infrastruktur. Mobilität und Energieversorgung wurden zu entscheidenden Zukunftsfragen. Mit der neuen Gesellschaft – aus der später die Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-AG (KEVAG) hervorging – begann eine Entwicklung, die bis heute nachwirkt: Seit 140 Jahren prägt das Unternehmen, das 2014 in der evm aufging, die Versorgungssicherheit in Koblenz und der Region.

Was zunächst mit pferdegezogenen Straßenbahnen begann, entwickelte sich rasch zu einem Motor der technischen Modernisierung. Schon Ende des 19. Jahrhunderts setzte das Unternehmen auf Elektrizität – eine Technologie, die damals als innovativ galt und heute unverzichtbar ist. Mit dem Bau eines eigenen Kraftwerks und der Elektrifizierung der Straßenbahn legte die KEVAG den Grundstein für die Stromversorgung von Koblenz und dem Umland. Energie und Mobilität wuchsen zusammen.

Wandel als Konstante

Gruppenfoto von Kabelmonteuren der KEVAG aus dem Jahr 1927, Teil der technischen Belegschaft beim Ausbau der regionalen Stromversorgung. 
Im Jahr 1927 stellten sich die Kabelmonteure der Kolonne Arzbach zum Gruppenbild auf.

Die Geschichte der KEVAG ist eine Geschichte des ständigen Umbruchs. Weltkriege, wirtschaftliche Krisen, technische Revolutionen und gesellschaftliche Veränderungen stellten das Unternehmen immer wieder vor neue Herausforderungen. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, die schrittweise Umstellung von Straßenbahn auf Busverkehr, die zunehmende Elektrifizierung der Region und später der Einstieg in neue Geschäftsfelder wie Telekommunikation oder erneuerbare Energien: Jede Epoche verlangte Anpassungen und Entscheidungen mit Weitblick.


Ein markanter Einschnitt war das Jahr 1967, als der Straßenbahnbetrieb in Koblenz eingestellt wurde. Was für viele das Ende einer Ära bedeutete, war zugleich Ausdruck eines Wandels, den das Unternehmen aktiv gestaltete. Mobilität blieb Teil des Unternehmenszwecks, Versorgungssicherheit ebenso.

Von der KEVAG zur evm

Mit der Fusion des Gasversorgers EVM, der Gasversorgung Westerwald und des Stromversorgers KEVAG im Jahr 2014 entstand die heutige Energieversorgung Mittelrhein. Die Zusammenführung bündelte Erfahrung, Know-how und regionale Stärke – und setzte eine Entwicklung fort, die vor 140 Jahren ihren Anfang nahm. „Die KEVAG ist somit Teil unserer Unternehmens-DNA“, betont Vorstand Mithun Basu. „Unsere Wurzeln reichen bis ins Jahr 1886 zurück. Diese lange Geschichte ist mehr als ein Jubiläum. Sie zeigt, dass Verlässlichkeit kein Versprechen von heute ist, sondern ein Anspruch, den Generationen vor uns getragen haben.“

Erfahrung in bewegten Zeiten

Auch gegenwärtig ist die Energieversorgung geprägt von Unsicherheit: geopolitische Krisen, volatile Beschaffungsmärkte, steigende Anforderungen durch die Energiewende. Für die evm ist das kein Neuland. „Krisen gab es in jeder Zeit. Sie sahen nur unterschiedlich aus, denken wir nur an die Krisen der jüngeren Vergangenheit wie Corona, die Energiekrise oder die Flutkatastrophe im Ahrtal“, so Hesse. „Entscheidend war immer, Verantwortung zu übernehmen und handlungsfähig zu bleiben.“

Vorstandsmitglieder der Energieversorgung Mittelrhein (evm) im Jubiläumsjahr 140 Jahre KEVAG, Nachfolgeunternehmen seit der Fusion 2014.
Mithun Basu (rechts) und Christoph Hesse führen das Unternehmen im 140. Jahr des Bestehens mit klarem Kurs in die Zukunft.

Diese Haltung prägt das Unternehmen bis heute. Regionale Verwurzelung, langfristige Planung und Energiebeschaffung sowie der kontinuierliche Ausbau von Netzen und Erzeugungskapazitäten bilden die Grundlage dafür, dass sich Kundinnen und Kunden auch in unsicheren Zeiten auf ihre Versorgung verlassen können. Christoph Hesse: „Wir wollen unser traditionsreiches Unternehmen gezielt weiterentwickeln und uns unabhängiger machen. Wir verstehen uns dabei als Treiber einer nachhaltigen Entwicklung im nördlichen Rheinland-Pfalz.“

Zukunft aus Verantwortung

Das 140-jährige Bestehen ist für die evm daher kein nostalgischer Rückblick, sondern ein Blick nach vorn. Digitalisierung, Klimaschutz und neue Formen der Energieerzeugung verändern die Branche grundlegend. Doch der Kern bleibt derselbe wie 1886: die Region zuverlässig zu versorgen. Vorstand Mithun Basu formuliert es so: „Die Technik hat sich verändert, unser Anspruch nicht. Auf ihn war seit 140 Jahren Verlass. Und er gilt auch für die Zukunft.“