Wie funktioniert die Gaspreisbremse? Alle Infos für Dich. 

1. Januar oder 1. März? Die aktuellen Details zur Gaspreisbremse.

Die Politik hat klargemacht, dass sie sich eine möglichst schnelle Gaspreisbremse wünscht. Für die Industrie ist sie schon für 1. Januar 2023 terminiert. Bei Haushalten für 1. März 2023. Am liebsten wäre es der Politik aber, wenn die Preisbremse auch bei Haushalten schon ab 1. Januar wirkt.
Doch ist das auch so schnell umsetzbar? Darauf hat die Präsidentin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Marie-Luise Wolff, eine eindeutige Antwort: „Die Gaspreisbremse auf den 01.01.2023 vorzuziehen, scheitert nicht am fehlenden Willen der Energiewirtschaft, sondern an der Unmöglichkeit der technisch-administrativen Umsetzung in so kurzer Frist. Die erforderliche Umstellung der IT-Prozesse ist so komplex, dass die breite Front der Energieversorger dies in dieser kurzen Frist nicht stemmen kann.“


Damit die Entlastung schnell wirkt, soll es im Dezember jedoch eine Einmalzahlung an die Bürger geben. Dabei wird der Bund den Abschlag für Dezember übernehmen. Dabei soll ein Zwölftel des Jahresverbrauchs, der dem September-Abschlag zugrunde lag, zu den Tarifsätzen von Dezember 2022 angesetzt werden. Konkret heißt das: Die evm wird keine Dezember-Abschläge einziehen und die staatliche Zahlung als Gutschrift auf der nächsten Jahresabrechnung ausweisen.


So wird die Bremse für den Gaspreis funktionieren

Am 2. November haben Bund und Länder die Gaspreisbremse verabredet. Diese muss allerdings noch von Bundestag und Bundesrat in Form eines Gesetzes verabschiedet werden. Doch so soll sie konkret aussehen:

 

  1. Der Preisdeckel legt für 80 Prozent des Verbrauchs eine feste Obergrenze fest. Das ist der Maximalpreis, den Haushaltskundinnen und -kunden zahlen müssen.
  2. Ist der individuelle Tarif höher, kommt der Staat für die Preisdifferenz auf und erstattet diese dem Energieversorger.

 

Ein zweistufiges Modell soll greifen – wie hoch darf der Gaspreis sein?

Um die Gaspreisbremse fachlich richtig und schnell zu realisieren, hatte eine Experten-Kommission ein 2-Stufen-Modell vorgeschlagen. Die Politik ist diesem Modell nun in weiten Teilen gefolgt:

 

  • Der Staat soll die Abschlagszahlung im Dezember übernehmen.
  • So soll eine schnelle erste Entlastung stattfinden.
  • Der „echte Gaspreisdeckel“ kommt dann für die Industrie ab Januar 2023.
  • Für private Haushalte ist er ab März 2023 geplant.
  • Es steht außerdem im Raum, ihn rückwirkend schon für Februar 2023 zu realisieren.
  • Für Privathaushalte soll der Deckel 14 Monate lang gelten.


Anreiz zum Energiesparen

Ganz bewusst soll der Gaspreisdeckel nur für ein Kontingent von 80 % des Verbrauchs gelten. So bleibt der Anreiz, Energie zu sparen. Wer etwa mit dem Kontingent auskommt, der muss kein Gas zum normalen, höheren Tarif bezahlen. Sparen ist einfach: Senkst Du zum Beispiel die Raumtemperatur um 1 Grad Celsius, kann das Deinen Heizenergieverbrauch um 6 % senken. Noch deutlicher ist das Sparpotenzial im Flur: Wird dieser statt auf 20 Grad nur auf 16 Grad aufgeheizt, spart das bis zu 24 % der Energie …
Mehr dazu auch bei unseren Energiespartipps

Ist auch ein Strompreisdeckel geplant?

Diese Frage stellen sich im Augenblick viele. Schließlich ziehen auch die Strompreise stark an. Das hat unter anderem damit zu tun, dass immer noch ein Teil des Stroms durch Gaskraftwerke produziert wird.
Die Bundesregierung will einen Strompreisdeckel einführen. Wahrscheinlich ist, dass er zeitgleich mit dem Gaspreisdeckel eingeführt wird. Zur Finanzierung sollen sogenannte „Zufallsgewinne“ abgeschöpft werden. Viele Stromproduzenten hatten zuletzt davon profitiert, dass sich der Handelspreis für Strom meist an den Preisen für Strom aus Gaskraftwerken orientiert und dadurch hohe Gewinne eingefahren. Diese will der Staat abschöpfen und in die Strompreisbremse investieren.
Darüber werden wir Dich natürlich auf dem Laufenden halten …
Und wenn Du wissen möchtest, wie der Strompreis entsteht, lies einfach in unserem Blog Wie kommt der Strompreis zustande“ weiter.