Die Verbandsgemeinde Hachenburg kann ihren Stromverbrauch nun im Viertelstundentakt auslesen. Diese Möglichkeit verschaffen ihr intelligente Messsysteme, sogenannte Smart Meter, die sie in insgesamt zwölf Liegenschaften hat installieren lassen. Darunter befinden sich zum Beispiel eine Grundschule, Sporthallen und das Feuerwehrhaus. Eingebaut wurden die Geräte von der Energienetze Mittelrhein, der Netzgesellschaft der Energieversorgung Mittelrhein (evm). „Im Zuge unseres Energiemanagementsystems haben wir nach Möglichkeiten gesucht, in unseren Immobilien eine bessere Leistungserfassung zu ermöglichen als bisher“, erklärt Henrik Lütkemeier, Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Hachenburg. „Mit der neuen Technik können wir unseren Stromverbrauch genau prüfen und Einsparpotenziale erkennen.

Einsparpotentiale aufdecken
Die Smart Meter erfassen den Stromverbrauch der insgesamt zwölf Liegenschaften im Viertelstundentakt und übermittelt sie auf sicherem Weg in ein Online-Portal. So ist eine einfache, aber genaue Auswertung der Lastgänge durch den Klimaschutzmanager möglich. „Durch die Daten im Portal kann ich Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten der Liegenschaften ziehen“, so Lütkemeier. Das helfe vor allem dabei, Potenziale aufzudecken. Zum Beispiel, wo sich eine Solaranlage auf dem Dach lohnen würde oder wie das Verhalten der Nutzer verbessert werden kann. „Wir sehen uns als Vorreiter und Vorbild in der Region in Sachen Klimaschutz“, erklärt Gabriele Greis, erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Hachenburg. „Daher freuen wir uns, dass wir bei diesem Pilot-Roll-Out dabei sein konnten.“

Smart Meter im Live-Betrieb
Der Einbau der Smart Meter in der Verbandsgemeinde Hachenburg ist der erste in dieser Größenordnung in der Region. „Wir freuen uns, dass wir die Verbandsgemeinde hier als Partner gewinnen konnten“, erklärt Benjamin Deppe, Leiter Messservice in der evm-Gruppe. „Wir sehen, wie die neuen Zähler im Echtbetrieb funktionieren und die Verbandsgemeinde profitiert von den Daten für ihr Energiemanagementsystem.“ Die Netzexperten hatten schon vor rund fünf Jahren begonnen, sich auf die neue Technik einzustellen. Denn es müssen nicht nur besondere Transportwege, sondern auch Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. „Wir haben die nötige Infrastruktur aufgebaut, unsere Mitarbeiter geschult und Tests unter Laborbedingungen durchgeführt. Mit dem Einbau in der Verbandsgemeinde Hachenburg konnten wir den ersten Einbau intelligenter Messsysteme im Live-Betrieb erfolgreich abschließen. Damit sind wir für den jetzt beginnenden Rollout intelligenter Messsysteme bestens vorbereitet.“, so Benjamin Deppe.

Zählertausch in der Region bis 2032
Intelligente Messsysteme lösen zusammen mit modernen Messeinrichtungen bis 2032 die bisher verbauten, meist analogen Zähler ab. Während letztere schon seit Anfang 2018 nach und nach eingesetzt werden, konnte der Einbau der Smart Meter erst starten, wenn mindestens drei Kommunikationsmodule, sogenannte Smart-Meter-Gateways, zertifiziert sind. Sie übermitteln die Messwerte in regelmäßigen Abständen über eine sichere Verbindung an die Nutzer. Durch die Zertifizierung des dritten Smart-Meter-Gateways Ende Januar 2020 sind die Voraussetzungen für den sogenannten Roll-Out, also dem flächendeckenden Einbau der neuen Zählertechnik, gegeben. Die enm wird mit dem Einbau intelligenter Messsysteme im Rahmen der anstehenden Turnuswechsel beginnen und damit die gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen. Eingebaut werden die intelligenten Messsysteme in allen Haushalten und Gebäuden, die mehr 6.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbrauchen oder Stromerzeugungsanlagen betreiben, wie zum Beispiel eine Solaranlage, die mehr als 7 Kilowatt Leistung hat. Bis 2032 werden so insgesamt rund 245.000 Zähler im Netzgebiet der enm ausgetauscht.