Schulen und Kindergärten sind derzeit aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Der Unterricht läuft online und über Aufgabenpakete für die Schüler weiter. Um einen sicheren Schulbetrieb bald wieder möglich zu machen, beschäftigen sich immer mehr Schulträger mit dem Thema der sauberen Luft. So auch die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel. Als Trägerin von acht Grundschulen ist es ihr ein Anliegen, möglichst bald wieder einen gefahrlosen Unterricht nach allen Maßnahmen der Landesregierung und des Bundesumweltamts zu ermöglichen. Sie steht hierbei auch im engen Austausch mit den vier Grundschulen, die in direkter Trägerschaft der Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde sind. Dazu testet sie nun ein Luftdesinfektionsgerät und eine CO2-Ampel, die von der Energieversorgung Mittelrhein (evm) zur Verfügung gestellt werden. „Wir wollen den Schulen in unserem Versorgungsgebiet unter die Arme greifen. Denn es gibt so viele unterschiedliche Produkte am Markt. Hier nutzen wir unsere Expertise und geben unser Wissen gerne weiter“, erklärt Berthold Nick, Leiter der Kommunalen Betreuung Verbandsgemeinden bei der evm. Die CO2-Ampeln stellt die Ausbildungswerkstatt der evm-Gruppe gerade selbst her und verteilt diese nach und nach auch an Partnerschulen. „Beim Luftreiniger arbeiten wir mit einer Firma zusammen, die 15 Jahre Erfahrung mit Lufthygiene in sensiblen und medizinischen Bereichen hat“, erklärt Peter Nebenführ, Projektmanager der evm. „Der Vorteil: Die Geräte sind mobil, brauchen keine Filter oder Chemikalien und sind einfach in der Handhabung – perfekt also für den Einsatz in Schulen.“

Saubere Luft in Astrid-Lindgren-Grundschule

Beide Geräte werden in einem der Klassenräume der Astrid-Lindgren-Grundschule in Winningen getestet. Aktuell herrscht hier die Notfallbetreuung. Etwa 15 Kinder sind derzeit in den Klassenräumen. Perfekt für den Test, denn das Luftdesinfektionsgerät ist für einen Raum mit etwa 20 Personen ausgelegt. Das sogenannte UV-C-Gerät saugt Raumluft am Boden an und leitet sie durch UV-C-Lampen. Dadurch werden alle darin befindlichen Viren und Bakterien abgetötet. Darunter fallen neben Covid-19 zum Beispiel auch Erreger der Magen-Darm-Grippe. Die saubere Luft wird anschließend nach oben an die Decke geblasen. So wälzt sich die Luft drei Mal pro Stunde um. „Lüften spielt natürlich weiterhin eine zentrale Rolle“, erklärt Bruno Seibeld, Bürgermeister der Verbandsgemeinde. „Drei Mal pro Stunde ist das vorgesehen. Doch die Geräte, die wir hier in den nächsten Wochen testen, können einen zusätzlichen Schutz bieten und sind daher eine sinnvolle Ergänzung – übrigens auch nach Meinung des Umweltbundesamts.“ Die Behörde empfiehlt grundsätzlich das regelmäßige Lüften, insbesondere Querlüften mit offenen Türen und Fenstern. Als Ergänzung oder, wo das nicht immer möglich ist, sollen Luftreiniger zum Einsatz kommen und die Aerosol-Belastung reduzieren. „Ich bin gespannt, wie die Geräte abschneiden. Sollten sie unsere Erwartungen erfüllen, wollen wir uns in der nächsten Gremiensitzung über eine mögliche Anschaffung beraten“, so Seibeld. Auch Dörthe Frölich, Leiterin der Grundschule in Winningen, ist vorsichtig optimistisch: „Schulen und gerade auch Grundschulen sind wichtig für den gesamten späteren Lebensweg der Kinder. Daher müssen sie so schnell wie möglich wieder öffnen. Ich hoffe, dass wir durch die innovative Technik hier auf einem guten Weg zu einem gefahrlosen Schulbetrieb sind.“

Luftreiniger
Peter Nebenführ von der evm erklärt die Funktionsweise des Luftreinigers vor Ort.