enm zählt beim Smart-Meter-Rollout zu den Vorreitern

Drei Personen besprechen sich in einem Büro, wobei eine Frau sitzt und Notizen macht, während die anderen stehen. Große Fenster im Hintergrund bieten Ausblick auf Gebäude.

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KOBLENZ/REGION. Die Energienetze Mittelrhein (enm) kommt beim Einbau intelligenter Messsysteme im bundesweiten Vergleich besonders gut voran. Die Netztochter der Energieversorgung Mittelrhein (evm) hat die gesetzlich vorgegebene 20‑Prozent‑Quote bereits im vergangenen Jahr erfüllt. Im aktuellen Monitoring der Bundesnetzagentur zählt die enm damit zu den 10 Prozent der rund 800 erfassten Messstellenbetreiber in Deutschland, die den höchsten Umsetzungsstand haben. „Das ist ein starkes Signal für unsere Region“, sagt Hendrik Majewski, Geschäftsführer der enm. „Der Rollout ist komplex, aber wir setzen ihn zuverlässig, sicher und mit klarem Plan um.“ Niklas Weber, Projekt- und Prozessmanager im Digitalen Messwesen, ergänzt: „Intelligente Messsysteme sind für uns ein zentrales Werkzeug, um die Energiezukunft im Verteilnetz zu gestalten.“

Wer den Rollout organisiert
Messstellenbetreiber bauen Stromzähler ein, betreiben und warten sie und setzen damit den Smart‑Meter‑Rollout um. Im Netzgebiet der evm-Gruppe übernimmt diese Aufgabe die enm als grundzuständiger Messstellenbetreiber.

Warum Smart Meter wichtig sind
Intelligente Messsysteme sind ein zentraler Baustein zur Digitalisierung der Energiewende. Das Messstellenbetriebsgesetz schreibt ihren schrittweisen Einbau vor. Sie ersetzen analoge Stromzähler und liefern Daten, um ein zunehmend komplexes Energiesystem effizient zu steuern – wichtig angesichts des starken Zubaus von Solaranlagen, Wärmepumpen, Speichern und Ladepunkten.

Die Daten zeigen, wo Strom verbraucht oder eingespeist wird. Das hilft Netzbetreibern, Verbrauch und Erzeugung besser aufeinander abzustimmen. Langfristig trägt dies dazu bei, die Netzausbaukosten gezielter zu steuern und das Energiesystem effizienter zu betreiben. Für Verbraucherinnen und Verbraucher eröffnen Smart Meter zudem neue Möglichkeiten, ihren Verbrauch und ihre Kosten zu optimieren – etwa durch Energiemanagement-Systeme oder dynamische Tarife.

Sicherheit hat hohe Priorität
Trotz ihrer Bedeutung verlief der Rollout in Deutschland zunächst langsamer. Grund dafür sind die hohen technischen und sicherheitsbezogenen Anforderungen des Gesetzgebers. Intelligente Messsysteme bestehen nicht nur aus einem digitalen Stromzähler, sondern übertragen Messwerte über ein zertifiziertes Smart‑Meter‑Gateway. Die Datenübertragung erfolgt nach den strengen Sicherheitsvorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Majewski betont: „Ein Smart Meter ist ein dauerhaft betriebenes System. Es fallen jährliche Kosten für Wartung, IT-Sicherheit und Datenübermittlung an, die gesetzlich geregelt sind.“ Der Rollout ist dadurch anspruchsvoll, schafft aber eine besonders sichere digitale Infrastruktur für die Energiewende.

Warum die enm beim Rollout gut vorankommt
Trotz dieser anspruchsvollen Rahmenbedingungen kommt die enm gut voran. Sie hat ihre IT-Software für das digitale Messwesen erneuert, zusätzliches Fachpersonal eingestellt sowie Dienstleisterkapazitäten neu organisiert und erweitert. Dadurch lassen sich Einbauten zügiger und verlässlicher planen. „Die enm folgt einem klar strukturierten Rollout-Plan. Der Wechselzeitpunkt ist abhängig vom Verbrauch und der Erzeugung der Anlagen. So wird für jeden der optimale Wechselzeitpunkt bis 2032 festgelegt, der einen wirtschaftlichen Rollout für die Kunden und das Energiesystem gewährleistet“, erklärt Weber.

Automatischer Einbau – keine Aktion nötig
Haushalte, die unter die gesetzlichen Pflichteinbaufälle fallen – etwa wegen Solaranlagen, höherem Verbrauch oder steuerbaren Geräten wie Wärmepumpen – erhalten ihr intelligentes Messsystem automatisch. Die enm informiert betroffene Kundinnen und Kunden frühzeitig und teilt den Einbautermin rechtzeitig mit. Bis 2032 sollen im Netzgebiet der enm rund 100.000 bis 120.000 Stromzähler auf intelligente Messsysteme umgestellt werden, etwa ein Drittel aller Zähler. Die enm setzt dabei auf regionale Monteure, zertifizierte Technik und transparente Abläufe. So entsteht Schritt für Schritt die Grundlage für ein transparenteres, flexibleres und leistungsfähigeres Stromnetz in der Region. „Wir verbinden Digitalisierung und regionale Verlässlichkeit“, sagt Majewski. „Unsere Kundinnen und Kunden können sich darauf verlassen, dass wir den Rollout sicher und nachvollziehbar gestalten.“