KOBLENZ. Die Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (evm-Gruppe) treibt gemeinsam mit ihrer Netzgesellschaft Energienetze Mittelrhein (enm) unter dem Projektnamen „Kabel 4.plus“ den Ausbau eines modernen und zukunftssicheren Stromnetzes weiter voran. Ziel ist es, die bestehende Kommunikationsinfrastruktur im Stromnetz zu erneuern: Alte Kupferleitungen werden dabei nach und nach durch leistungsfähige Glasfasertechnik ersetzt. Im Koblenzer Stadtteil Moselweiß hat dazu ein neuer Bauabschnitt begonnen.
Aktuell wird entlang des Moselufers zwischen Kurt-Schumacher-Brücke und Gülser Eisenbahnbrücke auf rund 1800 Metern Länge eine stillgelegte Gasleitung genutzt, um Leerrohre für Glasfaserkabel (Lichtwellenleiter-Kabel) einzuziehen. Diese bilden später die Grundlage für eine schnelle und störungsarme Datenübertragung im Stromnetz. „Mit unserem Ausbauprogramm modernisieren wir die Kommunikationswege innerhalb des Stromnetzes grundlegend“, erklärt Patrick Zerwas, Fachbereichsleiter Sekundär- und Kommunikationstechnik bei der enm. „Gerade vor dem Hintergrund der Energiewende brauchen wir eine zuverlässige und leistungsfähige Dateninfrastruktur, um das Netz sicher steuern zu können.“
Nachhaltige Lösung mit vorhandener Infrastruktur
Ein besonderer Vorteil der Maßnahme: Eine vorhandene und inzwischen stillgelegte Gasleitung kann „wiederbelebt“ werden. Dadurch wird der Eingriff in die Umgebung reduziert und bestehende Infrastruktur kann sinnvoll weiterverwendet werden. „Die Leitung wird für ihren ursprünglichen Zweck der Gasversorgung nicht mehr benötigt. Dass wir sie nun für den Glasfaserausbau einsetzen können, ist ein großer Pluspunkt – sowohl wirtschaftlich als auch im Sinne der Nachhaltigkeit“, so Zerwas weiter.
Arbeiten erfolgen abschnittsweise entlang des Moselufers
Um die Leerrohre einzuziehen, werden im Abstand von etwa 250 Metern sogenannte Kopflöcher hergestellt. Über diese Zugangspunkte wird die Leitung abschnittsweise geöffnet und das Leerrohr eingezogen. Die Arbeiten sind unterhalb der Kurt-Schumacher-Brücke bereits gestartet und verlagern sich anschließend Schritt für Schritt entlang der Begrünung des Geh- und Radwegs am Moselufer entlang. Für Fußgänger und Radfahrer bleibt der Weg in der Regel nutzbar. Größere Einschränkungen sind nach aktuellem Stand nicht zu erwarten. Die Bauzeit für den rund 1800 Meter langen Abschnitt liegt bei etwa vier Wochen. Sie hängt jedoch davon ab, mit welcher Technik die Leerrohre in die bestehende Leitung eingebracht werden können und wie hoch der tatsächliche Aufwand vor Ort ist.
Grundlage für ein stabiles und intelligentes Stromnetz
Der Bauabschnitt dient unter anderem der Anbindung der Schaltstation Moselweiß und ist Teil des umfassenden Modernisierungsprojekts (Kabel 4.plus) der evm-Gruppe. Dabei wird die Fernmeldeinfrastruktur des Stromnetzes in der Region schrittweise auf Glasfaser umgestellt. Die neue Technologie ermöglicht es, große Datenmengen schnell und zuverlässig zu übertragen – eine zentrale Voraussetzung für ein Stromnetz, das sich stark verändert: Immer mehr erneuerbare Energien, dezentrale Anlagen sowie neue Anwendungen wie Wärmepumpen oder Elektromobilität müssen integriert und gesteuert werden. „Unser Stromnetz wird deutlich komplexer und gleichzeitig intelligenter“, sagt Zerwas. „Mit Glasfaser schaffen wir die Grundlage, um diese Entwicklung sicher zu beherrschen und die Versorgung in der Region langfristig zuverlässig zu gewährleisten.“ Mit dem aktuellen Bauabschnitt in Moselweiß setzt die evm-Gruppe ihren Weg konsequent fort, die Energieinfrastruktur fit für die Anforderungen der Zukunft zu machen.

