Starke Partnerschaft für die Wärmewende

Drei Personen besprechen sich in einem Büro, wobei eine Frau sitzt und Notizen macht, während die anderen stehen. Große Fenster im Hintergrund bieten Ausblick auf Gebäude.

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Norman Spaniol und Christopher Dold stehen in einem Büro und halten eine Tafel mit dem Logo der neuen Wärme Moselbogen GmbH. Die beiden Geschäftsführer präsentieren damit die gemeinsame Gesellschaft von evm und Iqony, die den Ausbau und die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung im Koblenzer Rauental vorantreiben soll.
Norman Spaniol und Christopher Dold (von links) sind die beiden Geschäftsführer der neuen Wärme Moselbogen GmbH. 

KOBLENZ. Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) und die Iqony Energies GmbH (Iqony) bündeln wie angekündigt ihre Kräfte für die zukünftige Wärmeversorgung in der Region. Nach erfolgter Zustimmung durch das Bundeskartellamt haben Vertreter beider Unternehmen die notwendigen Verträge unterzeichnet. Damit kann die Wärme Moselbogen GmbH zum 1. Oktober 2026 ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen. Mit der neuen Gesellschaft schaffen beide Partner die Grundlage, um die Wärmenetze im Koblenzer Stadtteil Rauental gemeinsam auszubauen, effizient weiterzuentwickeln und perspektivisch zu dekarbonisieren. Die evm und Iqony sind jeweils zu 50 Prozent an der Wärme Moselbogen beteiligt. Bestehende Wärmeversorgungsverträge übertragen die beiden Partner auf die neue Gesellschaft. Für Kundinnen und Kunden bleibt dabei alles wie gewohnt: Preise, Vertragsinhalte und die zuverlässige Versorgung bleiben unverändert bestehen.

Kooperation als Schlüssel für die Wärmewende

Die Zusammenarbeit von evm und Iqony steht für eine enge Verzahnung von lokaler Kompetenz und überregionaler Erfahrung. Während die evm tief in der Region verwurzelt ist, bringt Iqony umfassendes Know-how aus zahlreichen Fernwärmeprojekten deutschlandweit ein. „Die Wärmewende erfordert neue Strukturen und starke Partnerschaften. Mit der Wärme Moselbogen GmbH gehen wir diesen Schritt konsequent, gemeinsam mit einem erfahrenen Partner und mit klarem Fokus auf eine nachhaltige Weiterentwicklung der Wärmeversorgung vor Ort“, sagt Christopher Dold, Fachbereichsleiter Wärme- und Energieanwendungstechnik bei der evm sowie einer der beiden Geschäftsführer der neuen Gesellschaft. Auch aus Sicht von Iqony ist die Partnerschaft ein wichtiger Baustein für die Transformation der Energieversorgung: „Die Bündelung unserer Kompetenzen ermöglicht es, Wärmenetze effizienter zu planen, auszubauen und weiterzuentwickeln“, erklärt Matthias Ohl, Geschäftsführer der Iqony Energies und CEO des Fernwärmegeschäfts der Steag Iqony Group. „Die Wärmewende wird in den kommenden Jahren zu den größten Infrastrukturaufgaben in Deutschland gehören. Der Ausbau der Fernwärme ist dabei ein zentraler Lösungsbaustein.  Mit Partnern wie der evm verbinden wir regionale Verankerung mit technologischem Know-how und schaffen so die Voraussetzungen, um die Transformation der Wärmeversorgung vor Ort erfolgreich umzusetzen.”

Ausbau und Vernetzung der Wärmenetze

Im Mittelpunkt steht das gleichnamige Projekt „Wärme Moselbogen“. Es sieht vor, die bestehenden Wärmenetze von evm und Iqony im Rauental miteinander zu verbinden und schrittweise auszubauen. Perspektivisch sollen in den kommenden Jahren in mehreren Phasen bis 2034 rund 500 weitere Gebäude an das Netz angeschlossen werden. Allein in einem ersten Schritt sind 120 Gebäude geplant. Parallel dazu wird die technische Weiterentwicklung der Wärmeversorgung vorangetrieben. Perspektivisch untersuchen die Partner den Einsatz innovativer Lösungen zur klimafreundlichen Wärmeerzeugung. Dazu gehört auch der geplante Einsatz einer Flusswasserwärmepumpe, die Umweltwärme aus der Mosel nutzbar machen soll. Das Projekt befindet sich aktuell noch in der frühen Planungs- und Genehmigungsphase.

„Unser Anspruch ist es, Wärmenetze von Beginn an so zu denken, dass sie langfristig auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden können“, betont evm-Vorstand Christoph Hesse. „Mit dem Projekt im Rauental schaffen wir die Basis für genau diesen Wandel.“ Iqony unterstreicht dabei insbesondere die technologische Perspektive: „In unseren Kooperationen arbeiten wir gezielt an Lösungen, die technologisch auf die jeweiligen Anforderungen vor Ort zugeschnitten sind. Das ist Maßarbeit. Auf diese Weise schaffen wir auch in Koblenz die Grundlage für ein zukunftsfähiges und modernes Wärmenetz“, so Jürgen Kirsch, Sprecher der Iqony Energies Geschäftsführung.

Verlässliche Versorgung mit Blick auf Morgen

Für bestehende Kundinnen und Kunden bleibt die Wärmeversorgung auch mit dem Übergang auf die neue Gesellschaft stabil und komfortabel. Die Umstellung erfolgt automatisch, ohne Handlungsbedarf. Gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven: Wärmenetze gelten als eine der zentralen Technologien der Energiewende, da sie eine effiziente und zunehmend klimafreundliche Versorgung insbesondere in dicht bebauten Quartieren ermöglichen. „Wir entwickeln die Wärmeversorgung im Rauental Schritt für Schritt weiter – zuverlässig im Betrieb und gleichzeitig klar ausgerichtet auf die Anforderungen der Zukunft“, sagt Dold. Norman Spaniol, ebenfalls Geschäftsführer der Wärme Moselbogen GmbH, betont den Beitrag des Projekts zur Wärmewende: „Die Transformation der Wärmeversorgung gelingt nur, wenn wir heute die richtigen Weichen stellen. Genau dafür schaffen wir mit diesem Projekt eine Grundlage für die Zukunft.“