Abschlagszahlung: Wie wird sie berechnet?

Kurz zusammengefasst

  • Die Abschlagszahlung ist eine Vorauszahlung auf die Jahresabrechnung.
  • Die Jahreskosten werden auf zwölf Monate verteilt.
  • Die Berechnung basiert auf Verbrauch und Energiepreis.
  • Der Energiepreis besteht aus Grundpreis und Arbeitspreis.
  • Der tatsächliche Verbrauch kann von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich sein.
  • Stromabschläge orientieren sich unter anderem an der Haushaltsgröße.
  • Gasabschläge hängen unter anderem von der Wohnfläche ab.
  • Der Abschlag kann bei Bedarf an den tatsächlichen Verbrauch angepasst werden.

Was ist eine Abschlagszahlung?

Die Abschlagszahlung ist der Betrag, den Sie monatlich für Ihren Strom- oder Gastarif zahlen. Dabei handelt es sich nicht um die endgültige Abrechnung Ihres Verbrauchs, sondern um eine Vorauszahlung auf die nächste Jahresrechnung.

Durch die Aufteilung der erwarteten Energiekosten auf zwölf Monate entstehen gleichmäßige monatliche Zahlungen. So werden höhere Verbrauchskosten, die insbesondere in den Wintermonaten anfallen können, über das gesamte Jahr verteilt.

Wie setzt sich die Abschlagszahlung zusammen?

Die Höhe des Abschlags ergibt sich aus zwei zentralen Bestandteilen:

Verbrauch

Der erste Faktor ist der erwartete Energieverbrauch. Dieser wird anhand vorhandener Verbrauchsdaten geschätzt.

Energiepreis

Der zweite Faktor ist der vereinbarte Produktpreis. Dieser besteht aus:

  • Grundpreis: Ein fester Betrag, der unabhängig vom Verbrauch anfällt.
  • Arbeitspreis: Der Preis für die tatsächlich verbrauchte Energiemenge.

Aus Verbrauch und Produktpreis ergeben sich die voraussichtlichen Jahreskosten, die anschließend auf zwölf Monatsraten verteilt werden.

Welche Faktoren beeinflussen den Verbrauch?

Jeder Haushalt verbraucht unterschiedlich viel Strom oder Erdgas. Deshalb kann auch die Höhe der Abschlagszahlung von Haushalt zu Haushalt variieren.

Zu den Einflussfaktoren zählen:

  • Witterung
  • Haushaltsgröße
  • Wohnfläche
  • Verwendete Geräte
  • Individuelle Nutzungsgewohnheiten

Diese Faktoren wirken sich direkt auf den Energiebedarf und damit auf die erwarteten Jahreskosten aus.

Wovon hängt die Höhe des Abschlags ab?

Abschlag bei Strom

Beim Stromtarif orientiert sich die Abschlagszahlung unter anderem an der Anzahl der Personen im Haushalt.

Grundsätzlich gilt:

Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto höher fällt in der Regel der Stromverbrauch und damit auch der Abschlag aus.

Abschlag bei Erdgas

Beim Erdgastarif spielt insbesondere die Wohnfläche eine wichtige Rolle.

Grundsätzlich gilt:

Je größer die Wohnfläche, desto höher ist in der Regel der Heizenergiebedarf und damit auch der Abschlag.

Warum bleibt der Abschlag im Sommer gleich hoch?

Viele Kundinnen und Kunden fragen sich, warum sie auch in den Sommermonaten für Gas den gleichen Abschlag zahlen wie im Winter.

Der Grund ist einfach: Die voraussichtlichen Jahreskosten werden gleichmäßig auf zwölf Monate verteilt. Dadurch werden hohe Kosten während der Heizperiode über das gesamte Jahr ausgeglichen.

Würde der Verbrauch ausschließlich in den Wintermonaten berücksichtigt, müssten die monatlichen Zahlungen in dieser Zeit deutlich höher ausfallen.

Wie wird der Abschlag konkret berechnet?

Die Berechnung orientiert sich in der Regel an der letzten Jahresrechnung.

Dafür wird der voraussichtliche Verbrauch auf Basis des Vorjahres geschätzt. Anschließend werden die erwarteten Kosten mit den gültigen Tarifpreisen berechnet und auf zwölf Monatszahlungen verteilt.

Wichtig: Der Abschlag ist immer ein Schätzwert. Der tatsächliche Verbrauch kann davon abweichen.

Was passiert bei einer Abweichung vom tatsächlichen Verbrauch?

Da es sich bei der Abschlagszahlung um eine Vorauszahlung handelt, erfolgt am Ende des Abrechnungszeitraums eine Gegenüberstellung von:

  • Geleisteten Abschlagszahlungen
  • Tatsächlich entstandenem Verbrauch

Wenn der Abschlag zu hoch war

Haben Sie weniger Energie verbraucht als erwartet, erhalten Sie eine Gutschrift.

Wenn der Abschlag zu niedrig war

Liegt Ihr tatsächlicher Verbrauch über der Prognose, entsteht eine Nachzahlung.

Wann sollte man den Abschlag überprüfen?

Es empfiehlt sich, den eigenen Energieverbrauch regelmäßig zu kontrollieren, insbesondere in den ersten drei bis sechs Monaten nach Vertragsbeginn oder nach einer Anpassung des Abschlags.

So lässt sich frühzeitig erkennen, ob die monatlichen Zahlungen noch zum tatsächlichen Verbrauch passen.

Wie kann der Abschlag angepasst werden?

Wenn sich Ihr Verbrauch verändert hat, kann eine Anpassung sinnvoll sein.

Für eine Änderung werden in der Regel benötigt:

  • Kundennummer
  • Aktueller Zählerstand
  • Ablesedatum

Eine regelmäßige Überprüfung hilft dabei, hohe Nachzahlungen oder unnötig hohe Vorauszahlungen zu vermeiden.

Wie lässt sich die Abschlagszahlung senken?

Die wirksamste Möglichkeit, die Höhe der Abschlagszahlung dauerhaft zu reduzieren, besteht darin, den Energieverbrauch zu senken.

Wer weniger Strom oder Gas verbraucht, verursacht geringere Energiekosten. Dadurch kann sich langfristig auch die Höhe des Abschlags verringern.

Fazit

Die Abschlagszahlung ist eine monatliche Vorauszahlung auf Ihre Jahresabrechnung für Strom oder Gas. Ihre Höhe richtet sich nach dem geschätzten Verbrauch und den vereinbarten Tarifpreisen. Da die Berechnung auf Prognosen basiert, kann es am Jahresende zu einer Gutschrift oder Nachzahlung kommen. Wer seinen Verbrauch regelmäßig überprüft und den Abschlag bei Bedarf anpasst, kann unangenehme Überraschungen bei der Jahresabrechnung vermeiden.

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