Buddy wedelt freudig mit dem Schwanz, Ophelia steht auf dem Tisch, Jorres bellt lautstark. Besuch ist da. Der Unternehmenssprecher der Energieversorgung Mittelrhein (evm) Christian Schröder hat einen Scheck über 3.000 Euro dabei. Das Geld für den ersten Platz beim Projekt „Energieschub“. 125 Vereine haben sich bei der evm für diesen extra Energieschub in Form von finanzieller Unterstützung beworben. Welcher Verein wie viel Geld bekommt, hat die Öffentlichkeit mit knapp 80 000 abgegebenen Stimmen entschieden. Insgesamt werden 18.000 Euro an Vereine und Institutionen ausgeschüttet, die sich auf 20 Gewinner aufteilen. „Je mehr Stimmen die jeweiligen Projekte sammeln, desto mehr Geld bekommen sie.“

Eine stattliche Summe, die das Tierheim in Empfang nehmen kann und dennoch - nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. „Es muss weitergehen“, sagt auch die erste Vorsitzende des Vereins Glückshunde e.V., Petra Richter, die sich riesig über den ersten Platz und den Besuch von Christian Schröder im Tierheim Ransbach-Baumbach freut. Hier: Wo sehr beengte Verhältnisse herrschen, schon eigentlich weit weg von einem erträglichen Zustand für Mensch und Tier. Doch das Ehrenamt lebt von Herzblut und Engagement. „Wir sind dankbar für alles, was wir bekommen und was uns und unseren Tieren weiterhilft.“

Unermüdlicher Einsatz für die Tiere

Ein Team aus dem Verein und dem Tierheim, unter der Leitung von Anna Burgmann, setzt sich ein für die gute Sache und zieht an einem Strang. Andrea, eine Ehrenamtliche, erzählt: „Erst haben wir gedacht, wir haben gar keine Chance. Aber wir nutzen die sozialen Medien intensiv und haben jeden Morgen gepostet und daran erinnert, für uns zu stimmen. Unsere Tierheimleute sind treue Seelen.“ So gehörte es für jeden und jede zur „Morgenroutine“ mit einer heißen Tasse Tee oder einem Becher dampfenden Kaffee vor sich, seine Stimme für das Projekt abzugeben. Christian Schröder spricht während seines Rundgangs aus, was die Mitarbeiter bewegt: „Es lässt einen nicht mehr los, wenn man hier gewesen ist und sich mit dem Ort und den Tieren identifiziert.“ Er fährt fort: „Mit dem Tierheim hat es den Richtigen getroffen. Hier wird wirklich Geld dringend benötigt.“ Petra Richter und Andrea sprechen wie aus einem Mund, wenn sie erklären: „Wir freuen uns über jedes Tier, das ein neues Zuhause und seinen Platz findet. Das macht unbeschreiblich glücklich. Es ist schön, ein Vermittlungsgespräch zu führen.“

Aufgenommen und aufgehoben

Stella. Ein Neuzugang. Der kleine Chihuahua darf in einem Körbchen im Büro liegen, um sich zu gewöhnen. An die anderen Tiere und Menschen und an die zugige Luft. Ihr kleiner Körper zittert und ihre großen braunen Augen schauen jeden fragend an. Dankbar nimmt sie jede Streicheleinheit entgegen, die ihr zuteilwird und leider nebenbei erfolgt. Erfolgen muss, da zu viele Aufgaben auf dem Plan stehen, die es zu erledigen gilt. Kein Wunder bei einer momentanen Belegung von 16 Hunden und 25 Katzen im Tierheim. Und trotz aller Hilfe für viele kleine, unzählige Aufgaben, die jeder Ehrenamtler gerne übernimmt.

Herzenswunsch

Eine ehrenamtliche Helferin streichelt eine Katze im Tierheim
Insgesamt 16 Hunde und 25 Katzen beherbergt das Tierheim in Ransbach-Baumbach. Mit dem Geld soll der Neubau des Tierheims unterstützt werden.

„Wir möchten gerne ein neues Tierheim bauen, um in erster Linie mehr Platz für die Tiere zu schaffen“, erklärt Petra Richter. In dem bestehenden Tierheim gibt es momentan keine wirklichen Auslaufmöglichkeiten für Kleintiere und die Hunde und auch keine Quarantänestationen für die Tiere, was zunehmend höhere Tierarztkosten mit sich bringt. Hört man, dass bis dato (Mitte Oktober) bereits 95 000 Euro Kosten für den Tierarzt angefallen sind, wird man ganz nachdenklich. Platz für Kleintiere gibt es keinen mehr und so nehmen die Ehrenamtler diese auch schon einmal mit zu sich nach Hause. Das kann kein Zustand auf Dauer sein. Außerdem fehlt der Platz für ein Büro. Ohne vorhandenes Internet ist auch das Arbeiten sehr eingeschränkt. „Wir wünschen uns von Herzen ein neues Tierheim, um einfach unseren Tieren den nötigen Platz zu geben, um unseren Helfern einen warmen Bereich im Winter zur Verfügung zu stellen, um Krankheiten mehr Einhalt zu gebieten, um einen Platz zu haben, auch mal in Ruhe mit unseren traumatisieren Tieren zu arbeiten, all das und vieles mehr ist leider am jetzigen Standort nicht möglich.“ Aber mit der Spende der evm ist man ein Stückchen näher herangerückt an die Umsetzung dieses Traumes. Dennoch bleibt ganz viel zu tun und der Verein und das Tierheim sind auf viel mehr, vor allem finanzielle, Unterstützung angewiesen.

Mensch und Tier – eine Verbindung fürs Leben

Der Tierschutzverein „Glückshunde e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein, der 2012 gegründet wurde und der das Tierheim Ransbach-Baumbach betreibt. Das Tierheim wird von drei Angestellten sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben. Die Tierschutzarbeit finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Es gibt Räumlichkeiten für Hunde und Katzen. Zusätzlich leistet der Verein Vermittlungshilfe - auch für Kleintiere.
Der gemeinnützige Verein hilft Tieren in Not durch verschiedene Maßnahmen wie Tierschutz im In- und Ausland, Einfangaktionen, Zusammenarbeit mit ausländischen Tierschutzorganisationen, Aufnahme und Unterbringung von Abgabe - und Fundtieren, auch auf Pflegestellen und Vermittlung in ein passendes Zuhause. Während des Aufenthalts werden die Tiere vom engagierten Team betreut.