Kurz zusammengefasst

  • Zwischen Wallersheim und Niederwerth entsteht eine neue Wasserleitung unter dem Rhein.
  • Für die Rheinquerung wird ein sogenannter Düker gebaut.
  • Die unterirdische Strecke ist rund 420 Meter lang.
  • Die Vortriebsrohre liegen 7,5 bis 9,5 Meter unter der Gewässersohle.
  • Die Wasserleitung hat einen Durchmesser von 45 Zentimetern.
  • Das Projekt soll die Versorgungssicherheit in der Verbandsgemeinde Vallendar erhöhen.
  • Gleichzeitig sollen die Energiekosten für die Wasserversorgung sinken.
  • Neben der Wasserleitung entstehen Leerrohre für weitere Leitungen

Warum entsteht eine neue Wasserleitung unter dem Rhein?

Trinkwasser muss zuverlässig dort ankommen, wo es gebraucht wird. Für die Verbandsgemeinde Vallendar soll eine neue Verbindung unter dem Rhein dafür eine wichtige Voraussetzung schaffen.

Bislang wird das Trinkwasser von Ehrenbreitstein über den Hochbehälter Niederberg auf eine Höhe von 217 Metern gepumpt und anschließend in Richtung Vallendar weitergeführt. Mit der neuen Druckleitung soll sich dieser Weg verändern.

Das hat zwei wesentliche Vorteile: Die neue Verbindung soll zum einen die Versorgungssicherheit erhöhen. Zum anderen sollen durch den veränderten Transportweg Energiekosten in nennenswertem Umfang sinken.

Auftraggeber des Großprojekts sind die Vereinigten Wasserwerke Mittelrhein (VWM). Die evm ist Betriebsführerin der VWM. 

Start des Baus der Gruben
© Sascha Ditscher/evm
Der Dükerbau in Niederwerth ist nun gestartet

Was ist ein Düker?

Ein Düker ermöglicht es, eine Leitung unter einem Hindernis hindurchzuführen. In diesem Fall ist das Hindernis der Rhein.

Zwischen Wallersheim und der Insel Niederwerth entsteht dafür eine unterirdische Verbindung. Eine spezielle Tunnelbohrmaschine arbeitet sich von einer Startgrube aus unter dem Flussbett bis zur Zielgrube auf der anderen Rheinseite vor.

Der Düker schafft anschließend den notwendigen Raum für die neue Wasserleitung und weitere Leitungsinfrastruktur.

Wie wird der Rhein zwischen Wallersheim und Niederwerth unterquert?

Die eigentliche Bohrung beginnt nicht direkt am Rheinufer. Zunächst entstehen auf beiden Rheinseiten tiefe Baugruben.

Start- und Zielgrube schaffen den Zugang

Auf der Wallersheimer Seite wird eine rund zehn Meter tiefe Startgrube hergestellt. Um sie ausreichend zu stabilisieren, entsteht ein Ring aus Stahlrohren, die in die Tiefe gebohrt und mit Beton gefüllt werden.

Auf Niederwerth entsteht parallel die Zielgrube. Sie ist der Punkt, den die Tunnelbohrmaschine nach der Unterquerung des Rheins erreichen muss.

420 Meter unter dem Rhein

Zwischen Wallersheim und Niederwerth muss die Tunnelbohrmaschine insgesamt rund 420 Meter zurücklegen.

Die Vortriebsrohre befinden sich dabei etwa 7,5 bis 9,5 Meter unter der Gewässersohle des Rheins. Damit wird die Leitung tief unter dem Flussbett geführt.

Welche Leitungen verlaufen durch den Düker?

Ein wesentlicher Bestandteil des Dükers ist die neue Wasserleitung. Sie hat einen Durchmesser von 45 Zentimetern.

Darüber hinaus werden Leerrohre vorgesehen. Sie können von der KEVAG Telekom und weiteren Nutzern für Leitungen zur Rheinquerung genutzt werden.

Damit schafft das Bauwerk nicht nur eine neue Verbindung für die Wasserversorgung, sondern Raum für weitere Infrastruktur.

Warum kann die neue Leitung Energie sparen?

Der bisherige Weg des Trinkwassers ist mit einem erheblichen Höhenunterschied verbunden: Das Wasser wird von Ehrenbreitstein zunächst über den Hochbehälter Niederberg auf 217 Meter gepumpt und anschließend wieder in Richtung Vallendar geführt.

Die neue Druckleitung ermöglicht eine andere Verbindung. Dadurch sollen die für den Wassertransport anfallenden Energiekosten in nennenswertem Umfang sinken.

Versorgungssicherheit und Energieeffizienz werden bei diesem Projekt deshalb gemeinsam betrachtet.

Warum ist noch eine zweite Rheinquerung nötig?

Niederwerth ist eine Rheininsel. Mit der Verbindung zwischen Wallersheim und Niederwerth allein ist die Querung deshalb noch nicht vollständig.

Eine weitere Flussunterquerung soll Niederwerth mit dem Vallendarer Ufer verbinden. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ist dafür ein anderes Bauverfahren vorgesehen: Die Rohre werden an Land zusammengeschweißt und anschließend mithilfe eines Schwimmbaggers in offener Bauweise zu Wasser gelassen.

Somit kommen bei den beiden Rheinquerungen unterschiedliche technische Verfahren zum Einsatz.

Wer setzt das Projekt um?

Auftraggeber sind die Vereinigten Wasserwerke Mittelrhein (VWM). Die evm übernimmt als Betriebsführerin der VWM Aufgaben bei der Umsetzung des Projekts.

Das Projekt fügt sich zugleich in die grundsätzliche Ausrichtung der Unternehmensgruppe ein, in regionale Infrastruktur zu investieren. Diese regionale Verantwortung ist auch Bestandteil der aktuellen Unternehmensnarrative.

Fazit: Neue Verbindung für eine sichere Wasserversorgung

Mit der neuen Wasserleitung unter dem Rhein entsteht eine direkte Verbindung zwischen Wallersheim und Niederwerth. Das technisch anspruchsvolle Bauvorhaben soll vor allem zwei Ziele erreichen: die Trinkwasserversorgung in der Verbandsgemeinde Vallendar sicherer machen und den Energieaufwand für den Wassertransport reduzieren.

Die rund 420 Meter lange Unterquerung zeigt gleichzeitig, welcher technische Aufwand notwendig ist, um Versorgungsinfrastruktur in einer vom Rhein geprägten Region weiterzuentwickeln.

Videoserie informiert über den aktuellen Stand der Bauarbeiten

In einer Videoserie informiert evm-Pressesprecher Marcelo Peerenboom über den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Das erste Video siehst du hier: