Kurz zusammengefasst

  • Strom wird an speziellen Strombörsen gehandelt.
  • Es gibt einen Terminmarkt für langfristige und einen Spotmarkt für kurzfristige Geschäfte.
  • Das Merit-Order-Prinzip beeinflusst die Preisbildung am Strommarkt.
  • Kraftwerke mit niedrigen Erzeugungskosten speisen zuerst Strom ein.
  • Der Börsenpreis richtet sich nach dem teuersten Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage benötigt wird.
  • Neben den Beschaffungskosten beeinflussen auch Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen den Strompreis.
  • Energieversorger haben nur begrenzten Einfluss auf die Preisentwicklung.
  • Bewusstes Stromsparen kann helfen, steigende Kosten abzufedern.

Wie wird Strom gehandelt?

Strom wird nicht direkt von Energieversorgern an der Erzeugungsanlage eingekauft. Stattdessen erfolgt der Handel über spezielle Strombörsen. Die evm beschafft ihren Strom über Großhändler, die an diesen Märkten aktiv sind.

Dabei gibt es zwei wesentliche Handelsplätze:

Terminmarkt: Die Strombörse in Leipzig

An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig werden langfristige Stromgeschäfte abgeschlossen. Hier sichern sich Marktteilnehmer Strommengen und Preise für die Zukunft.

Spotmarkt: Die Strombörse in Paris

Für kurzfristige Geschäfte nutzen Händler die Strombörse EPEX in Paris. Dort wird Strom gehandelt, der meist innerhalb kurzer Zeiträume geliefert werden soll.

Das Merit-Order-Prinzip einfach erklärt

Die Preisbildung am Strommarkt folgt dem sogenannten Merit-Order-Prinzip.

Dabei werden Kraftwerke entsprechend ihrer Stromerzeugungskosten eingesetzt. Zunächst speisen Anlagen mit den niedrigsten Kosten Strom ins Netz ein. Reicht deren Leistung nicht aus, folgen nach und nach Kraftwerke mit höheren Kosten.

Erst wenn die benötigte Strommenge vollständig bereitgestellt ist, steht fest, welches Kraftwerk als letztes zur Deckung der Nachfrage benötigt wird. Dessen Kosten bestimmen den Marktpreis für alle Anbieter.

Warum spielt Erdgas eine so große Rolle?

Nach dem Merit-Order-Prinzip orientiert sich der Börsenpreis nicht am günstigsten Stromerzeuger, sondern am teuersten Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage noch benötigt wird.

Im betrachteten Beispiel sind dies Gaskraftwerke. Deshalb können steigende Gaspreise erhebliche Auswirkungen auf den Strompreis haben.

Grafik mit Aufteilung des Strompreises


 Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher vermuten, dass sich der Strompreis hauptsächlich aus den Beschaffungskosten zusammensetzt. Tatsächlich umfasst der Endpreis jedoch mehrere Kostenbestandteile.

Dazu gehören:

  • Kosten für die Strombeschaffung
  • Netzentgelte
  • Steuern
  • Abgaben
  • Umlagen

Die reinen Einkaufskosten sind damit nur ein Teil des gesamten Strompreises.

Welchen Einfluss hat ein Energieversorger auf den Strompreis?

Energieversorger legen zwar die Endkundenpreise fest, ihr Einfluss auf die zugrunde liegenden Kosten ist jedoch begrenzt.

Möglichkeiten bestehen vor allem durch:

  • eine vorausschauende Beschaffung von Energie,
  • langfristige Einkaufsstrategien,
  • effiziente Unternehmensprozesse.

Viele Bestandteile des Strompreises, beispielsweise Steuern oder Netzentgelte, können Energieversorger jedoch nicht beeinflussen.

Strom sparen bleibt ein wichtiger Hebel

Da viele Preisbestandteile von äußeren Faktoren abhängen, gewinnt ein bewusster Umgang mit Energie an Bedeutung.

Wer Strom spart, kann seinen Verbrauch senken und dadurch die Auswirkungen steigender Preise abmildern. Bereits kleine Maßnahmen im Alltag können dazu beitragen, die persönliche Stromrechnung zu reduzieren.

Fazit

Der Strompreis entsteht durch das Zusammenspiel vieler Einflussfaktoren. Neben der Strombeschaffung wirken sich Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen auf den Endpreis aus. Die Preisbildung an den Strombörsen folgt dabei dem Merit-Order-Prinzip. Energieversorger können die Preise nur begrenzt beeinflussen und vor allem durch eine vorausschauende Beschaffung sowie effiziente Prozesse gegensteuern. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt daher ein bewusster Umgang mit Energie ein wichtiger Ansatz, um die eigenen Stromkosten zu reduzieren.

Grafik die die Aufteilung des Stroms in einem Haushalt zeigt.