Die Sonne strahlt, als am Morgen ein LKW auf das Gelände der Telekom in der Blücherstraße in Koblenz auffährt. In seinem Inneren befindet sich ein neues Blockheizkraftwerk (kurz: BHKW), das künftig zusammen mit einem vorhandenen Kessel die Wärmeversorgung der Telekom sowie des gesamten Boelcke-Areals sicherstellen soll. Das Boelcke-Areal umfasst dabei das Gelände der ehemaligen Boelcke-Kaserne im Rauental in Koblenz. Als Wärmelieferant ist die Energieversorgung Mittelrhein (evm) hier für 76 Gebäude verantwortlich, die über das rund 1000 Meter lange Nahwärmenetz versorgt werden.

Nachdem die Anlage aufwendig mit Hilfe eines Krans an Ort und Stelle gebracht wurde, kann sie nun in Betrieb genommen werden. Das neu eingebaute BHKW des Herstellers Viessmann hat im Vergleich zu der vorherig betriebenen Anlage eine höhere Leistung, durch die ein besonders hoher Gesamtnutzungsgrad von über 90 Prozent erreicht werden kann. Dadurch ist die neue Anlage den Erneuerbaren Energien sogar anteilig gleichzustellen. „Ein Vorteil des neuen BHKWs ist die hohe Energieausbeute bei kleinem Flächenbedarf. Außerdem ergeben sich aufgrund des großen Anlagen-Gesamtwirkungsgrades auch hohe CO2- Einsparungen gegenüber einer reinen Kessel-Anlage, bei der die Wärme durch einen Kessel erzeugt, Strom aber aus dem Netz bezogen wird“, erklärt Silke Cleven, Projektverantwortliche der evm.

Der durch die Anlage erzeugte überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. „Wir freuen uns, das Gebiet weiterhin zuverlässig versorgen zu können“, berichtet Silke Cleven. Das neue BHKW hat eine erwartete Laufzeit von 15-20 Jahren und stellt damit langfristig die Versorgung des Boelcke-Areals sicher.