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Neues Tunnelsystem unter der Ahr bietet Platz für viele Leitungen

Stahlrohre statt Filzbälle: Wo in Sinzig bis Mitte Juli vergangenen Jahres noch Tennisspieler gegeneinander antraten, ist eine gewaltige Baugrube entstanden. Dass sich auf dem Gelände zwischen dem Grünen Weg und der Ahr einmal ein gepflegter Ascheplatz befand, ist kaum vorstellbar. Die Flutkatastrophe hat hier alles beseitigt, was an den weißen Sport erinnert. Das gilt auch für weite Teile des Erdgasnetzes, das die Experten der Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (evm) in den vergangenen Monaten wiederaufgebaut haben. Aktuell laufen noch Rohrleitungsarbeiten in Sinzig. Hier entstehen sogenannte Microtunnel.

Auch wenn der Name dies vermuten lässt: Klein sind die Microtunnel nun wirklich nicht. Sie haben einen Innendurchmesser von etwa 1,40 Metern und unterqueren in der einen Richtung die Ahr, in der anderen die Bahntrasse sowie die B9. Das Besondere an der neuen Lösung: Hier werden nicht nur Erdgasleitungen durchgezogen, sondern auch Wasserleitungen sowie Lehrrohre für künftige weitere Zwecke. Bis zur Flutnacht verliefen die entsprechenden Rohrsysteme an unterschiedlichen Stellen. Das Ausmaß der Zerstörung veranlasste die Verantwortlichen, über neue Lösungen nachzudenken. Das Ergebnis: ein stabiler Stahlbeton-Tunnel, in dem alle Rohrsysteme Platz finden. Die evm-Gruppe investiert einen siebenstelligen Betrag in dieses Vorhaben

Leerrohre für verschiedene Versorgungsleitungen werden in den Microtunnel eingezogen. In Kürze werden Gas- und Wasserleitungen in diese Lehrrohre geschoben.
Leerrohre für verschiedene Versorgungsleitungen werden in den Microtunnel eingezogen. In Kürze werden Gas- und Wasserleitungen in diese Lehrrohre geschoben. Foto: Ditscher/evm


Spezialisten der Sonntag Baugesellschaft mit Sitz in Dörth erstellen das aufwendige Rohrsystem seit einigen Monaten im sogenannten Microtunneling-Verfahren. Dieses ermöglicht ein ferngesteuertes Arbeiten unter Grundwasserniveau. Wie Sonntag-Niederlassungsleiter Thomas Platten erläutert, bietet dieses unbemannte Vortriebsverfahren zahlreiche Vorteile: „Ein großer Pluspunkt: Der abgebohrte Boden wird mithilfe spezieller Förderleitungen herausgepumpt.“ Der Microtunnel besteht dabei aus Betonrohren, die mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 90 Millimetern pro Minute nach vorne getrieben werden.

Inzwischen sind die Tunnel fertiggestellt, sodass im nächsten Schritt die Lehrrohre eingezogen werden können. Die einzelnen Rohrstücke sind jeweils sechs Meter lang und werden behutsam in die Tunnel gezogen. Sind alle Lehrrohre verlegt, können die entsprechenden Versorgungsleitungen durchgezogen werden. Dazu gehören auch die Erdgas-Hochdruckleitung sowie eine eigene Erdgasleitung, die zum Unternehmen Deutsche Steinzeug führt. Wenn alles nach Plan läuft, dann können die Arbeiten im Lauf des Frühjahrs abgeschlossen werden. Weitere Microtunnel werden auch für den Abwasserzweckverband erstellt.

Mitarbeiter der evm-Gruppe machten sich vor Ort ein Bild vom Stand der Bauarbeiten. 
Mitarbeiter der evm-Gruppe machten sich vor Ort ein Bild vom Stand der Bauarbeiten. Foto: Ditscher/evm


Die nicht alltägliche Technik will die evm-Gruppe auch bei einem weiteren Großprojekt einsetzen: Im kommenden Jahr ist der Bau eines sogenannten Dükers von Wallersheim nach Niederwerth geplant. 

Dort soll ein Tunnel unter dem Rhein entlang verlegt werden, in dem eine Wassertransportleitung Platz findet. „Diese soll die Versorgungssicherheit für die Bürger in der Verbandsgemeinde Vallendar verbessern und zudem Energie einsparen, die wir derzeit für den Betrieb von Pumpwerken verbrauchen“, erläutert Wolfgang Kochhan, der den Bereich Wasserwirtschaft bei der evm verantwortet. Das notwendige Planungsverfahren soll im Lauf des Jahres abgeschlossen werden.