Kurz zusammengefasst
- Rund 85 % des Gasverbrauchs entfallen auf die Heizung.
- Etwa 14 % werden für Warmwasser benötigt.
- Nur rund 1 % des Verbrauchs entsteht beim Kochen.
- Als Richtwert gelten durchschnittlich 150 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
- Jedes Grad weniger Raumtemperatur kann den Verbrauch um etwa 6 % senken.
- Gedämmte Gebäude benötigen deutlich weniger Energie.
- Moderne Brennwerttechnik arbeitet wesentlich effizienter als ältere Heizungen.
- Auch beim Warmwasser lassen sich durch kürzeres Duschen und Spararmaturen Einsparungen erzielen.
Wofür wird Erdgas im Haushalt genutzt?
Viele Haushalte nutzen Erdgas vor allem zum Heizen und für die Warmwasserbereitung. Der größte Teil des Energiebedarfs entsteht dabei nicht in der Küche, sondern durch die Wärmeerzeugung.
Die typische Verteilung sieht wie folgt aus:
- 85 % Heizung
- 14 % Warmwasser
- 1 % Kochen
Wer seinen Gasverbrauch senken möchte, sollte deshalb zuerst auf die Heizung und die Warmwassernutzung schauen. Hier liegen die größten Einsparpotenziale.
Wie viel Gasverbrauch gilt als normal?
Ein oft genutzter Richtwert liegt bei etwa 150 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Darin ist der durchschnittliche Verbrauch für Warmwasser bereits enthalten.
Daraus ergeben sich folgende Orientierungswerte:
| Quadratmeter | Verbrauch im Schnitt |
| 60 m² | 9.000 kWh |
| 80 m² | 12.000 kWh |
| 100 m² | 15.000 kWh |
| 120 m² | 18.000 kWh |
| 140 m² | 21.000 kWh |
Diese Werte dienen lediglich als Orientierung. Ob ein Verbrauch hoch oder niedrig ausfällt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab.
Welche Faktoren beeinflussen den Gasverbrauch?
Die Raumtemperatur
Die gewünschte Raumtemperatur hat einen erheblichen Einfluss auf den Energiebedarf.
Als Faustregel gilt:
Jedes zusätzliche Grad Raumtemperatur erhöht den Energieverbrauch um etwa 6 Prozent.
Bei einer Wohnung mit 80 m² Wohnfläche und einem durchschnittlichen Verbrauch von 12.000 kWh entspricht das rund 720 kWh pro Grad Temperaturunterschied.

Die Dämmung des Gebäudes
Gut gedämmte Gebäude verlieren weniger Wärme über Dach, Fassade, Fenster und Türen. Dadurch wird weniger Energie benötigt, um die gewünschte Raumtemperatur zu halten.
Wie energieeffizient ein Gebäude ist, zeigt der Energieausweis. Dort finden sich Angaben zur Effizienzklasse und zum erwarteten Energiebedarf.
Die Heizungsanlage
Nicht nur das Gebäude, sondern auch die Heiztechnik beeinflusst den Verbrauch.
Ältere Heizungsanlagen benötigen häufig deutlich mehr Energie als moderne Brennwertgeräte. Moderne Systeme nutzen die im Abgas enthaltene Wärme zusätzlich und erreichen dadurch einen höheren Nutzungsgrad.
Unter günstigen Voraussetzungen sind dadurch Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich.
Drei Beispiele zur Einordnung des eigenen Verbrauchs
Beispiel 1: Sehr effizientes Gebäude
Ein Haus oder eine Wohnung der Effizienzklasse A benötigt etwa 37,5 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
Bei 100 m² Wohnfläche ergibt das:
- 3.750 kWh pro Jahr
Das ist ein vergleichsweise geringer Verbrauch.
Beispiel 2: Durchschnittliches Gebäude
Ein Gebäude der Effizienzklasse D benötigt etwa 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
Bei 100 m² Wohnfläche ergibt das:
- 10.000 kWh pro Jahr
Damit liegt der Verbrauch im üblichen Bereich eines energetisch durchschnittlichen Gebäudes.
Beispiel 3: Gebäude mit höherem Energiebedarf
Ein Gebäude der Effizienzklasse F kann rund 175 kWh pro Quadratmeter und Jahr benötigen.
Bei 100 m² Wohnfläche ergibt das:
- 17.500 kWh pro Jahr
Hier lohnt sich ein genauer Blick auf mögliche Einsparmaßnahmen besonders.
Wo können Sie konkret Gas sparen?
Raumtemperatur senken
Bereits ein Grad weniger Raumtemperatur kann den Energieverbrauch merklich reduzieren. In vielen Wohnräumen werden 20 Grad als angenehm empfunden.
Nachtabsenkung nutzen
Während der Nacht müssen Wohnräume meist nicht dieselbe Temperatur haben wie tagsüber. Eine automatische Absenkung kann den Energiebedarf reduzieren.
Rollläden und Jalousien schließen
Geschlossene Rollläden verringern den Wärmeverlust über Fensterflächen und helfen dabei, die Wärme im Raum zu halten.
Heizungsrohre und Türen abdichten
Ungedämmte Rohre oder Zugluft an Türen und Fenstern führen zu unnötigen Wärmeverlusten. Bereits einfache Maßnahmen wie Dichtungsbänder oder Zugluftstopper können helfen.
Heizung regelmäßig warten
Eine gewartete Anlage arbeitet effizienter. Auch das Entlüften von Heizkörpern trägt dazu bei, Energieverluste zu vermeiden.
Warmwasserverbrauch reduzieren
Da rund 14 Prozent des Gasverbrauchs auf Warmwasser entfallen, lohnt sich auch hier ein Blick auf das Einsparpotenzial:
- Kürzer duschen statt baden
- Sparduschköpfe nutzen
- Perlatoren an Wasserhähnen einsetzen
- Warmwasser bewusst verwenden
Fazit
Ein normaler Gasverbrauch liegt häufig bei etwa 150 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Ob der tatsächliche Verbrauch höher oder niedriger ausfällt, hängt vor allem von der Gebäudequalität, der Raumtemperatur, der Heiztechnik und dem Warmwasserverbrauch ab.
Da rund 85 Prozent des Erdgasverbrauchs auf die Heizung entfallen, bieten Maßnahmen wie eine niedrigere Raumtemperatur, Nachtabsenkung, bessere Dämmung oder eine moderne Heizungsanlage die größten Einsparpotenziale. Wer seinen Verbrauch regelmäßig überprüft und gezielt optimiert, kann Energiekosten dauerhaft senken.
