Kurz zusammengefasst

  • Eigenverbrauch bedeutet, dass du den Solarstrom vom eigenen Dach direkt in deinem Haushalt nutzt.
  • Nicht selbst benötigter Solarstrom kann ins öffentliche Netz eingespeist werden.
  • Bei neuen Gebäudeanlagen bis 10 kW beträgt die Vergütung für Teileinspeisung vom 1. August bis 31. Dezember 2026 7,70 Cent pro Kilowattstunde.
  • Ob Eigenverbrauch finanziell besser ist, ergibt sich aus dem Vergleich von vermiedenen Strombezugskosten und entgangener Einspeisevergütung.
  • Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom vom Tag in Stunden, in denen du ihn tatsächlich benötigst.
  • Auch Wärmepumpe und Elektroauto können größere Mengen Solarstrom direkt nutzen.
  • Ein Home Energy Management System (HEMS) kann Erzeugung, Speicher und flexible Verbraucher automatisch aufeinander abstimmen.
  • Für 2027 gibt es Änderungen in der Diskussion. Eine vollständige Abschaffung der Einspeisevergütung zum 1. Januar 2027 sollte derzeit aber nicht als beschlossene Tatsache dargestellt werden. Die Nachfolgeregelung zum EEG 2023 befindet sich im parlamentarischen Verfahren.

Was bedeutet Eigenverbrauch bei einer Solaranlage?

Eigenverbrauch ist der Anteil deines selbst erzeugten Solarstroms, den du direkt zu Hause nutzt.

Produziert deine Solaranlage zum Beispiel gerade Strom, während Waschmaschine, Wärmepumpe oder andere Geräte laufen, wird dieser Strom direkt im Haushalt verbraucht. Du musst diese Energie dann nicht aus dem öffentlichen Netz beziehen.

Produziert die Anlage mehr Strom, als du gerade benötigst, gibt es mehrere Möglichkeiten. Du kannst die überschüssige Energie beispielsweise in einem Batteriespeicher speichern oder ins öffentliche Netz einspeisen. Die Bundesnetzagentur unterscheidet dementsprechend zwischen Volleinspeisung, Eigenversorgung mit Überschusseinspeisung und Nulleinspeisung.

Was bedeutet Einspeisung?

Bei der Einspeisung fließt der Solarstrom, den du nicht selbst verbrauchst, in das öffentliche Stromnetz.

Für entsprechende Anlagen kann nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Vergütung gezahlt werden. Bei Anlagen bis 100 kW kann grundsätzlich eine Einspeisevergütung in Anspruch genommen werden. Alternativ ist unter den jeweiligen Voraussetzungen eine Direktvermarktung mit Marktprämie möglich.

Die Höhe der Einspeisevergütung hängt unter anderem von Leistung, Inbetriebnahmezeitpunkt und Art der Einspeisung ab. 


Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?

Für Gebäudeanlagen, die zwischen dem 1. August und 31. Dezember 2026 in Betrieb genommen werden, nennt die Bundesnetzagentur folgende Vergütungssätze:

Installierte Leistung

Teileinspeisung

Volleinspeisung

bis 10 kW

7,70 Cent/kWh

12,22 Cent/kWh

bis 40 kW

6,66 Cent/kWh

10,24 Cent/kWh

bis 100 kW

5,44 Cent/kWh

10,24 Cent/kWh

Wichtig: Die Vergütungssätze beziehen sich auf neu in diesem Zeitraum in Betrieb genommene Anlagen. Für bestehende Anlagen gelten die jeweils maßgeblichen Bedingungen ihres Inbetriebnahmezeitpunkts.

Eigenverbrauch oder Einspeisung: So vergleichst du richtig

Ob eine selbst erzeugte Kilowattstunde besser selbst verbraucht oder eingespeist wird, lässt sich grundsätzlich mit einem einfachen Vergleich beantworten:

Wert des Eigenverbrauchs = vermiedene Kosten für Strombezug

Wert der Einspeisung = Vergütung für die eingespeiste Kilowattstunde

Liegt der relevante Strombezugspreis beispielsweise deutlich oberhalb der Einspeisevergütung, ist die direkt selbst verbrauchte Kilowattstunde finanziell entsprechend wertvoller.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Einspeisung grundsätzlich schlecht ist. Hast du gerade keinen Bedarf und dein Speicher ist voll, kannst du überschüssige Energie weiterhin ins Netz einspeisen und dafür im Rahmen der geltenden Regelungen eine Vergütung erhalten.

Die wirtschaftlich sinnvolle Strategie lautet deshalb häufig nicht „Eigenverbrauch statt Einspeisung“, sondern:

Zuerst sinnvoll selbst nutzen, Überschüsse einspeisen.

So kannst du deinen Eigenverbrauch erhöhen

1. Strom dann verbrauchen, wenn die Sonne scheint

Der einfachste Ansatz kostet zunächst nichts: Verschiebe flexible Verbraucher möglichst in Stunden mit hoher Solarproduktion.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Waschmaschine
  • Geschirrspüler
  • Warmwasserbereitung
  • E-Auto
  • Wärmepumpe

Dabei kommt es nicht darauf an, möglichst viel Strom zu verbrauchen. Sinnvoll ist vielmehr, ohnehin notwendigen Verbrauch zeitlich mit der eigenen Erzeugung zusammenzubringen.

2. Solarstrom im Batteriespeicher zwischenspeichern

Solaranlagen erzeugen einen großen Teil ihrer Energie tagsüber. In vielen Haushalten steigt der Verbrauch dagegen morgens und abends.

Ein Batteriespeicher kann diese zeitliche Lücke verkleinern: Überschüssiger Solarstrom wird tagsüber gespeichert und später verwendet.

Ob sich ein Speicher wirtschaftlich lohnt, hängt insbesondere von Speichergröße, Investitionskosten, Stromverbrauch, Solarertrag und Nutzungsverhalten ab.

3. E-Auto mit Solarstrom laden

Ein Elektroauto kann einen erheblichen flexiblen Strombedarf mitbringen. Steht es während sonniger Stunden zu Hause, lässt es sich gezielt mit überschüssigem Solarstrom laden.

4. Wärmepumpe und Photovoltaik zusammendenken

Auch eine Wärmepumpe bietet Möglichkeiten, selbst erzeugten Strom im eigenen Haus zu nutzen.

Entscheidend bleibt jedoch das zeitliche Zusammenspiel: Eine Solaranlage liefert im Sommer besonders viel Energie, während der Heizbedarf vor allem im Winter anfällt. Deshalb sollte eine PV-Anlage mit Wärmepumpe nicht allein anhand theoretischer Jahresenergiemengen bewertet werden.

5. Energie intelligent steuern

Je mehr Komponenten zusammenkommen, desto anspruchsvoller wird die optimale Steuerung.

Hier setzt ein Home Energy Management System (HEMS) an. Ein solches System verbindet beispielsweise:

  • Solaranlage
  • Batteriespeicher
  • Wallbox
  • Wärmepumpe 

Eigenverbrauch und dynamischer Stromtarif: ein Widerspruch?

Nicht unbedingt.

Bei einem festen Stromtarif ist die Logik vergleichsweise einfach: Eigener Solarstrom reduziert den Strombezug aus dem Netz.

Bei einem dynamischen Tarif kommt eine weitere Variable hinzu: der zeitabhängige Netzstrompreis.

Dadurch wird die Frage künftig weniger zu „Eigenverbrauch oder Netzstrom?“ und stärker zu:

Welche Energiequelle ist zu welchem Zeitpunkt für meinen Haushalt sinnvoll?

Genau hier gewinnt intelligentes Energiemanagement an Bedeutung.

Was ändert sich bei der Einspeisevergütung ab 2027?

Das EEG 2023 ist nach Angaben der Bundesnetzagentur bis zum 31. Dezember 2026 anwendbar. Die Nachfolgeregelung befindet sich derzeit in parlamentarischer Beratung.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat 2026 eine umfassende EEG-Novelle vorgelegt. Das Bundeskabinett beschloss den Gesetzentwurf am 29. Juli 2026. Der Regierungsentwurf zielt unter anderem auf einen stärker marktbasierten Rahmen für erneuerbare Energien.

Welche Lösung passt zu meinem Haushalt?

Es gibt keine optimale Eigenverbrauchsquote, die für jedes Haus gilt.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Größe und Ausrichtung der Solaranlage
  • jährlicher Stromverbrauch
  • Zeitpunkt des Stromverbrauchs
  • Größe und Nutzung eines Batteriespeichers
  • E-Auto und Fahrprofil
  • Wärmepumpe und Wärmebedarf
  • Stromtarif
  • Investitionskosten

Deshalb sollte eine Solaranlage als Gesamtsystem geplant werden.

Fazit

Eigenverbrauch und Einspeisung sind keine Gegensätze. In der Praxis geht es darum, den eigenen Solarstrom sinnvoll einzusetzen und nicht benötigte Überschüsse ins Netz abzugeben.

Für neue Gebäudeanlagen bis 10 kW liegt die Vergütung bei Teileinspeisung zwischen 1. August und 31. Dezember 2026 bei 7,70 Cent pro Kilowattstunde. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Eigenverbrauchs ist daher, welchen Strombezug und welche damit verbundenen Kosten die selbst genutzte Kilowattstunde tatsächlich ersetzt.

Batteriespeicher, Wallbox, Wärmepumpe und ein intelligentes Energiemanagement können dabei helfen, Solarerzeugung und Verbrauch zeitlich besser zusammenzubringen.

 

Jetzt Angebot für deine Solaranlage anfragen