Kurz zusammengefasst

  • Photovoltaik ist auf Schieferdächern grundsätzlich möglich. Rathscheck Schiefer: Photovoltaik auf Schieferdächern bestätigt sowohl Aufdach- als auch Indach-Lösungen.
  • Schiefer braucht eine besonders sorgfältige Montage, da das Material bei punktueller Belastung brechen oder splittern kann.
  • Die Module werden nicht am Schiefer selbst befestigt. Die Last muss in die darunterliegende Dachkonstruktion übertragen werden.
  • Dichtigkeit und Zustand des Dachs sind entscheidend. Vor einer Nachrüstung muss deshalb geprüft werden, ob Dacheindeckung und Konstruktion geeignet sind.
  • Bei der evm gilt derzeit: Schieferdächer werden mit speziellen Befestigungssystemen ausgestattet, sofern sie nicht älter als 15 Jahre sind.
  • 2026 gilt unter den gesetzlichen Voraussetzungen weiterhin der Umsatzsteuer-Nullsteuersatz für Solarmodule und wesentliche Komponenten wie Speicher.
  • Für neue Anlagen bis 10 kW beträgt die Einspeisevergütung aktuell 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung beziehungsweise 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung. Diese Werte gelten nach Angaben der Bundesnetzagentur für Inbetriebnahmen vom 1. August bis 31. Dezember 2026.

Kann eine Solaranlage auf einem Schieferdach installiert werden?

Ja. Ein mit Naturschiefer gedecktes Dach schließt Photovoltaik nicht grundsätzlich aus.

Der Schieferhersteller Rathscheck Schiefer nennt sowohl Aufdach- als auch Indach-Systeme als Möglichkeiten. Bei einer Nachrüstung ist vor allem wichtig, dass die Dachkonstruktion ausreichend tragfähig und die vorhandene Schiefereindeckung noch langfristig nutzbar ist.

Der Unterschied zu einem klassischen Ziegeldach liegt vor allem in der Montage. Schiefer ist ein geschichteter Naturstein und reagiert empfindlicher auf punktuelle mechanische Belastungen. Bei einer unsachgemäßen Bearbeitung können Platten springen, splittern oder Risse bekommen.

Die Frage lautet deshalb weniger: „Geht Photovoltaik auf Schiefer?“ Sondern vielmehr: „Ist dieses konkrete Schieferdach für die Anlage geeignet und wie muss sie dort fachgerecht befestigt werden?“

Warum ist die PV-Montage auf Schiefer anspruchsvoller?

Ein Solarmodul lässt sich nicht einfach an einer Schieferplatte festschrauben.

Der Schiefer erfüllt als Dacheindeckung eine andere Aufgabe: Er schützt das Gebäude vor der Witterung. Die Kräfte aus der PV-Anlage müssen dagegen in die tragende Dachkonstruktion eingeleitet werden. Spezielle Befestigungselemente verbinden deshalb die Unterkonstruktion der Solarmodule mit dem Dachaufbau beziehungsweise den Sparren.

Daraus entstehen drei besonders wichtige Anforderungen.

1. Schiefer darf nicht unnötig belastet werden

Punktuelle Belastungen können den Naturstein beschädigen. Deshalb unterscheidet sich eine fachgerechte Installation deutlich von der Montage auf vielen Ziegel- oder Betondächern.

2. Die Kräfte müssen sicher ins Dach übertragen werden

Solarmodule, Montagesystem und die auf sie wirkenden Wind- und Schneelasten dürfen nicht vom Schiefer getragen werden. Entscheidend ist die darunterliegende tragfähige Konstruktion.

3. Das Dach muss dauerhaft dicht bleiben

Das Öffnen der vorhandenen Deckung und die anschließend fachgerechte Wiedereindeckung sind zentrale Arbeitsschritte. Gerade deshalb ist auf einem Schieferdach Erfahrung im Dachdeckerhandwerk besonders wichtig.

Auch in der Praxis gilt die Montage als aufwendiger als bei einer üblichen Ziegeldeckung. 

Wie funktioniert die Befestigung einer Solaranlage auf Schiefer?

Bei der von uns angebotenen Lösung werden Schieferplatten vorsichtig aufgenommen, damit die darunterliegende Konstruktion zugänglich wird. Anschließend wird die Unterkonstruktion der PV-Anlage integriert und das Dach fachgerecht wieder eingedeckt. Die Befestigung erfolgt damit nicht durch eine direkte Verschraubung durch das Schiefermaterial.

Vereinfacht betrachtet läuft die Montage in folgenden Schritten ab:

  1. Geeignete Befestigungspunkte werden geplant.
  2. Die benötigten Schieferplatten werden fachgerecht aufgenommen.
  3. Die Befestigung wird mit der tragfähigen Dachkonstruktion verbunden.
  4. Die Dachfläche wird rund um die Befestigungspunkte wieder fachgerecht eingedeckt und abgedichtet.
  5. Auf der Unterkonstruktion werden Montageschienen und anschließend die PV-Module montiert.

Wichtig: Der genaue Aufbau hängt immer vom Dach, der Deckungsart, dem Montagesystem und der vorhandenen Konstruktion ab. Für ein Schieferdach gibt es deshalb keine universelle Montagelösung.

Welche Voraussetzungen muss ein Schieferdach für Photovoltaik erfüllen?

Nicht jedes technisch prinzipiell geeignete Schieferdach sollte ohne Weiteres mit einer PV-Anlage belegt werden.

Zustand des Dachs

Besonders wichtig ist die verbleibende Nutzungsdauer der Eindeckung. Rathscheck Schiefer empfiehlt bei einer Nachrüstung, dass die Schiefereindeckung mindestens noch so lange halten sollte wie die geplante PV-Anlage.

Der Grund ist praktisch: Muss das Dach wenige Jahre nach der PV-Installation grundlegend saniert werden, müsste die Solaranlage gegebenenfalls wieder demontiert werden.

Alter des Schieferdachs

Für unsere aktuelle Schieferdach-Lösung haben wir eine konkrete Voraussetzung: Das Schieferdach darf derzeit nicht älter als 15 Jahre sein.

Tragfähigkeit

Neben der Dacheindeckung muss die Konstruktion die zusätzlichen Lasten der Photovoltaikanlage sicher aufnehmen können. Die Tragfähigkeit gehört deshalb zu den Punkten, die bei der Planung geprüft werden müssen.

Ausrichtung und Verschattung

Auch auf einem Schieferdach gelten die üblichen Kriterien einer PV-Planung. Dachfläche, Neigung, Ausrichtung und Verschattung beeinflussen den möglichen Solarertrag. Süd ist dabei nicht die einzige Option. Auch nach Osten und Westen ausgerichtete Dachflächen können für Photovoltaik geeignet sein. 

Muss man für Photovoltaik Löcher in den Schiefer bohren?

Bei der von der evm eingesetzten Lösung lautet die Antwort: nein, nicht zur direkten Verschraubung der Unterkonstruktion durch den Schiefer.

Die Schieferplatten werden aufgenommen, die Unterkonstruktion wird darunter integriert und anschließend wird die Dachfläche wieder fachgerecht eingedeckt.

Das ist entscheidend, weil sich der empfindliche Naturstein nicht wie ein konventioneller Montageuntergrund behandeln lässt.

Ist eine Solaranlage auf einem Schieferdach teurer?

Pauschal lässt sich dafür kein belastbarer Aufpreis nennen.

Die Montage auf einem vorhandenen Schieferdach kann jedoch zusätzlichen Arbeitsaufwand verursachen. Bei einer Aufdach-Anlage kommen insbesondere das fachgerechte Öffnen und Wiedereindecken sowie die Integration der Befestigungen hinzu. Auch Rathscheck Schiefer weist auf zusätzliche Kosten für das fachgerechte Einbinden von Solarhaltern durch einen Dachdeckerfachbetrieb hin.

Deshalb ist eine Vor-Ort-Prüfung sinnvoller als ein pauschaler Quadratmeterpreis.

Was bringt ein Batteriespeicher beim Schieferdach?

Ob dein Dach aus Schiefer, Ziegeln oder einem anderen geeigneten Material besteht, ändert nichts am grundlegenden Prinzip eines Batteriespeichers.

Die Solaranlage erzeugt tagsüber Strom. Wird dieser Strom im selben Moment nicht vollständig im Haus benötigt, kann ein Speicher den Überschuss aufnehmen und später wieder bereitstellen.

Welche Steuervorteile gelten 2026 für Photovoltaik?

Für viele private PV-Projekte gilt weiterhin ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent.

Nach § 12 Absatz 3 UStG umfasst der Nullsteuersatz unter den entsprechenden Voraussetzungen die Lieferung von Solarmodulen sowie wesentliche Komponenten und Speicher. Voraussetzung ist unter anderem die Installation auf oder in der Nähe bestimmter Gebäude, insbesondere Privatwohnungen und Wohnungen. Das erläutert das Bundesministerium der Finanzen in seinem offiziellen FAQ.

Ob die Voraussetzungen im konkreten Einzelfall erfüllt sind, sollte bei Sonderfällen separat geprüft werden.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?

Für eine Gebäude-PV-Anlage mit einer installierten Leistung bis 10 kW, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb genommen wird, nennt die Bundesnetzagentur folgende Einspeisevergütung:

  • Teileinspeisung: 7,70 Cent je Kilowattstunde
  • Volleinspeisung: 12,22 Cent je Kilowattstunde.

Bei höheren Leistungen gelten gestaffelte Werte. Entscheidend für die Höhe der Förderung sind insbesondere die Anlagenleistung, die Form der Einspeisung und der Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

Für Anlagen nach dem 31. Dezember 2026 ist derzeit besondere Aufmerksamkeit nötig: Laut Bundesnetzagentur befindet sich zum Stand Oktober 2026 eine Nachfolgeregelung für die Zeit ab 2027 noch in parlamentarischer Beratung.

Worauf solltest du bei einem Angebot achten?

Bei einem Schieferdach lohnt sich ein genauer Blick auf den ausgewiesenen Montageumfang.

Kläre insbesondere:

  • Wird das vorhandene Dach vor der endgültigen Planung geprüft?
  • Hat der ausführende Betrieb Erfahrung mit Schiefer?
  • Welches Befestigungssystem ist vorgesehen?
  • Wie werden die Lasten in die Dachkonstruktion übertragen?
  • Wer übernimmt das fachgerechte Öffnen und Wiedereindecken?
  • Sind erforderliche Gerüst- und Dacharbeiten im Angebot enthalten?
  • Sind Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion und Elektroarbeiten vollständig aufgeführt?
  • Ist ein Speicher vorgesehen oder später nachrüstbar?
  • Wer ist nach der Inbetriebnahme Ansprechpartner für Service und Wartung? 

Fazit

Schiefer und Photovoltaik passen zusammen, wenn die Montage stimmt

Ein Schieferdach ist heute kein pauschales Ausschlusskriterium mehr für eine Solaranlage. Entscheidend sind der Zustand des Dachs, seine Tragfähigkeit und vor allem die fachgerechte Montage.

Bei der Befestigung muss berücksichtigt werden, dass die PV-Anlage ihre Last nicht über die empfindlichen Schieferplatten abtragen darf. Die tragende Dachkonstruktion übernimmt diese Aufgabe. Die Schiefereindeckung muss anschließend wieder fachgerecht und dauerhaft dicht hergestellt werden.

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