Kurz zusammengefasst
- Eine Solaranlage erzeugt auch im Winter Strom.
- Kurze Tage und ein niedriger Sonnenstand reduzieren den Ertrag deutlich.
- Die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage sollte über das gesamte Jahr betrachtet werden.
- Für Rheinland-Pfalz nennt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz als durchschnittlichen Jahresertrag etwa 850 bis 1.000 kWh pro installiertem kWp. Der konkrete Wert hängt unter anderem von Standort und Ausrichtung ab.
- Ein Batteriespeicher kann Solarstrom zeitlich versetzt für den eigenen Haushalt verfügbar machen.
- Ein HEMS kann PV-Anlage, Speicher und weitere Verbraucher zusammenführen. Die Kombination von Solaranlage, Stromspeicher und HEMS gehört auch zum Lösungsangebot der evm.
- Dynamische Stromtarife können besonders bei flexiblen Verbräuchen, etwa mit Wärmepumpe, E-Auto oder Batteriespeicher, interessant sein. Sie bringen allerdings auch Preisrisiken mit sich.
Warum produziert eine Solaranlage im Winter weniger Strom?
Nicht die Kälte ist das Hauptproblem für eine Solaranlage im Winter, sondern das geringere Lichtangebot. Die Tage sind kürzer, die Sonne steht niedriger und Wolken reduzieren häufig die Einstrahlung.
Wie stark sich das auf eine konkrete Anlage auswirkt, hängt unter anderem von Standort, Dachausrichtung, Dachneigung und Verschattung ab. Das Photovoltaic Geographical Information System, PVGIS der Europäischen Kommission ermöglicht deshalb standortbezogene Berechnungen von Sonneneinstrahlung und PV-Ertrag und bildet auch die Veränderungen über das Jahr ab.
Eine pauschale Aussage wie „jede Solaranlage erzeugt von November bis Februar 20 bis 30 Prozent ihres Jahresertrags“ ist daher zu ungenau. Die tatsächliche saisonale Verteilung hängt von Standort und Anlagenkonfiguration ab.
Lohnt sich Photovoltaik trotz des niedrigen Winterertrags?
Für die Beurteilung einer Photovoltaikanlage zählt die Gesamtbilanz über viele Jahre und nicht nur der Dezember oder Januar.
Ein wichtiges Ziel ist dabei, möglichst viel des selbst erzeugten Stroms auch selbst zu nutzen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Eigenverbrauch wirtschaftlich interessant sein kann, weil selbst erzeugter Solarstrom Netzstrom ersetzt. Wie hoch Eigenverbrauch und Autarkie tatsächlich ausfallen, hängt jedoch vom individuellen Stromverbrauch sowie der Größe von PV-Anlage und Speicher ab.
Gerade wer zusätzlich ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe nutzt, hat einen höheren Strombedarf. Dann wird die intelligente Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch wichtiger.
Was bringt ein Batteriespeicher im Winter?
Ein Batteriespeicher kann Strom aufnehmen, den deine Solaranlage gerade produziert, den du im selben Moment aber nicht benötigst. Dieser Strom steht anschließend für einen späteren Verbrauch zur Verfügung.
Im Winter gelten dabei allerdings andere Bedingungen als im Sommer. Weil die Solaranlage insgesamt weniger Energie zur Verfügung stellt, gibt es auch weniger überschüssigen Solarstrom zum Speichern. Ein größerer Speicher bedeutet deshalb nicht automatisch einen höheren Nutzen im Winter.
Bei der Dimensionierung sollte das Gesamtsystem betrachtet werden. Der Solarrechner der Verbraucherzentrale, der auf Simulationen der HTW Berlin beruht, zeigt deshalb Eigenverbrauch und Autarkie für unterschiedliche Kombinationen aus PV-Leistung, Speichergröße und Elektroauto.
Wie der evm+ Energiepilot die Energie im Zuhause steuert
Hier kommt ein Home Energy Management System (HEMS) ins Spiel. Der Grundgedanke eines HEMS ist einfach: Erzeugung, Speicherung und Verbrauch werden nicht isoliert voneinander betrachtet.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Photovoltaikanlage
- Batteriespeicher
- Wärmepumpe
- Wallbox
- weitere steuerbare Verbraucher
Der evm+ Energiepilot setzt an dieser Schnittstelle an. Für Haushalte bedeutet das: Nicht nur die Frage „Wie viel Solarstrom produziere ich?“ ist relevant, sondern auch „Wann verbrauche oder speichere ich Energie?“
Warum dynamische Strompreise im Winter interessant sein können
Gerade im Winter entsteht eine interessante Ergänzung zur Photovoltaik: Wenn die eigene Anlage weniger produziert, muss häufiger Strom aus dem Netz bezogen werden.
Bei einem dynamischen Stromtarif verändert sich der Arbeitspreis entsprechend der Entwicklung des Börsenstrompreises. Die Bundesnetzagentur erklärt, dass Verbraucher ihren Verbrauch deshalb, soweit möglich, in Stunden mit niedrigeren Preisen verlagern können. Voraussetzung für einen dynamischen Tarif ist ein intelligentes Messsystem.
Die Verbraucherzentrale sieht dynamische Tarife vor allem für Haushalte mit hohen und zeitlich flexiblen Verbräuchen als potenziell interessant an. Als Beispiele nennt sie Elektroauto, Wärmepumpe und Batteriespeicher. Gleichzeitig tragen Kundinnen und Kunden das Risiko schwankender Strompreise.
Das ist wichtig für die Einordnung: Ein dynamischer Tarif ist keine automatische Spargarantie. Sein Potenzial steigt, wenn Energieverbrauch tatsächlich zeitlich verschoben und intelligent gesteuert werden kann.
Wärmepumpe, PV und Speicher: Im Winter zählt das Zusammenspiel
Der Winter stellt ein Energiesystem im Einfamilienhaus vor eine besondere Herausforderung: Genau dann, wenn eine Wärmepumpe viel Energie für die Beheizung des Hauses benötigt, liefert die Solaranlage saisonbedingt weniger Strom.
Deshalb ist eine vollständige Versorgung der Wärmepumpe allein mit dem Solarstrom vom eigenen Dach im Winter nicht die richtige Erwartung.
Interessanter ist das Zusammenspiel:
- Verfügbarer Solarstrom wird möglichst direkt im eigenen Haus genutzt.
- Überschüssige Energie kann im Batteriespeicher landen.
- Bei zusätzlichem Strombedarf wird Energie aus dem Netz bezogen.
- Mit einem dynamischen Tarif können flexible Verbräuche gegebenenfalls in preisgünstigere Zeitfenster verschoben werden.
Mit einem HEMS lassen sich solche Komponenten als Gesamtsystem betrachten.
Was bedeutet Schnee für eine Solaranlage?
Eine geschlossene Schneedecke kann die Sonneneinstrahlung auf die Module vorübergehend reduzieren. Wie relevant das für den Jahresertrag ist, hängt jedoch stark von Standort, Anlage und Wetter ab.
Wichtig ist vor allem die Sicherheit: Auf einem Dach selbst Schnee von Solarmodulen zu entfernen, kann ein erhebliches Absturzrisiko darstellen. Eine mögliche Ertragssteigerung sollte deshalb nie gegen die eigene Sicherheit ausgespielt werden.
Wer Auffälligkeiten an der Anlage feststellt, sollte diese fachgerecht prüfen lassen.
Solaranlage im Winter clever nutzen: Darauf kommt es an
1. Den Jahresertrag betrachten
Ein ertragsschwacher Dezember sagt wenig darüber aus, ob eine Solaranlage wirtschaftlich sinnvoll ist. Entscheidend sind Jahresertrag, Investitionskosten und der eigene Verbrauch.
2. Eigenverbrauch mitdenken
Je besser Stromerzeugung und Stromverbrauch zusammenpassen, desto mehr Solarenergie kann direkt im Haushalt genutzt werden.
3. Speicher passend dimensionieren
Ein großer Batteriespeicher ist nicht automatisch ein guter Speicher. Kapazität, PV-Leistung und Verbrauch sollten zusammenpassen.
4. Flexible Verbraucher intelligent steuern
Wärmepumpe und E-Auto können den Strombedarf eines Haushalts erheblich erhöhen. Gleichzeitig bieten gerade solche flexiblen Verbraucher zusätzliche Möglichkeiten für intelligentes Lastmanagement.
5. Das ganze Energiesystem planen
PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und Stromtarif getrennt zu optimieren, greift häufig zu kurz. Ein HEMS schafft die technische Grundlage, um die Komponenten gemeinsam zu betrachten. Auch die evm bündelt HEMS, Solar, Speicher und Heizlösungen in ihrem Lösungsportfolio.
Fazit
Eine Solaranlage macht im Winter keine Pause. Sie produziert weiterhin Strom, allerdings deutlich weniger als in den sonnenreichen Monaten. Deshalb sollte die Frage nicht lauten, ob sich Photovoltaik im Winter allein rechnet, sondern wie gut die Anlage über das gesamte Jahr zum Haus und zum Stromverbrauch passt.
Besonders interessant wird das Zusammenspiel aus Photovoltaik, Batteriespeicher und intelligentem Energiemanagement. Kommen Wärmepumpe, Wallbox oder ein dynamischer Stromtarif hinzu, gewinnt die zeitliche Steuerung des Verbrauchs zusätzlich an Bedeutung. Genau hier setzt ein HEMS wie der evm+ Energiepilot an. Die Kombination passt zur strategischen Ausrichtung der evm auf vernetzte Lösungen für Strom, Wärme, Solar und Speicher in der Region.
