Kurz zusammengefasst
- Eine Solaranlage erzeugt tagsüber Strom direkt auf deinem Dach.
- Ein Batteriespeicher macht überschüssigen Solarstrom zu einem späteren Zeitpunkt nutzbar.
- Ein Home Energy Management System, kurz HEMS, stimmt Erzeugung, Speicherung und Verbrauch automatisch aufeinander ab.
- Der evm+ Energiepilot ist das HEMS der evm und vernetzt verschiedene Komponenten deines Energiesystems.
- Mit einem dynamischen Stromtarif kann das System zusätzlich niedrige Börsenstrompreise berücksichtigen.
- Eine Klimaanlage kann insbesondere rund um sonnenreiche Tagesstunden einen Teil ihres Strombedarfs unmittelbar aus der eigenen Solaranlage decken.
- Wie hoch Eigenverbrauch, Autarkie und Ersparnis tatsächlich ausfallen, hängt von Anlage, Speicher, Verbrauchsprofil und Wetter ab.
Was macht ein Home Energy Management System?
An einem sonnigen Sommertag entsteht rund um dein Haus ein ständiges Zusammenspiel: Auf dem Dach wird Strom erzeugt, im Gebäude verbrauchen Geräte Energie und der Batteriespeicher kann Strom aufnehmen oder wieder abgeben.
Ein Home Energy Management System (HEMS) bringt diese Komponenten zusammen. Es überwacht Stromerzeugung und Verbrauch und kann die Energieflüsse automatisch steuern. Der evm+ Energiepilot ist das HEMS der evm. Er kann unter anderem Solaranlage, Batteriespeicher und weitere kompatible Energielösungen miteinander vernetzen. Die evm+ App macht dabei beispielsweise Solarerzeugung, Verbrauch und Speicherzustand sichtbar.
Warum ist das gerade im Sommer interessant?
Im Sommer treffen zwei Dinge aufeinander: hohe Solarerzeugung und teilweise zusätzlicher Strombedarf für die Kühlung.
Genau deshalb lohnt es sich, den Verbrauch möglichst gut mit der Erzeugung auf dem Dach abzustimmen. Überschüssige Energie muss dann nicht sofort ins Netz fließen. Sie kann, abhängig vom System und Ladezustand, beispielsweise in den Batteriespeicher wandern und später genutzt werden.
Ein Sommertag mit dem evm+ Energiepilot
Wie das praktisch aussehen kann, zeigt ein beispielhafter Tagesablauf unserer exemplarischen Familie aus Koblenz. Sie besitzt eine 5,9 kWp Solaranlage (14 Module) sowie einen 5,1 kWh Speicher und hat dadurch erstaunliche Einsparungen.
Die tatsächlichen Energieflüsse sind bei jedem Haushalt unterschiedlich und hängen unter anderem von Wetter, Anlagenleistung, Speicher, Verbrauch und eingebundenen Geräten ab.
6:15 Uhr: Der Tag beginnt
Am frühen Morgen ist die Solarproduktion noch gering. Deshalb kann der Strombedarf beispielsweise aus dem Batteriespeicher oder aus dem Netz gedeckt werden.
In Verbindung mit einem dynamischen Stromtarif kann ein HEMS günstige Preisphasen berücksichtigen. Der evm+ Energiepilot kann Strombezüge beziehungsweise Ladevorgänge so optimieren, dass günstigere Zeitfenster genutzt werden.
7:00 Uhr: Frühstück und steigender Stromverbrauch
Kaffeemaschine, Kühlschrank und andere Haushaltsgeräte benötigen Energie. Gleichzeitig steigt mit der Sonne langsam die Stromproduktion auf dem Dach.
Das Energiemanagement entscheidet dabei automatisch, aus welcher zur Verfügung stehenden Quelle der Strom sinnvoll bezogen wird. Das Ziel: den selbst erzeugten Strom effizient nutzen und unnötig teuren Netzbezug vermeiden.
9:00 bis 13:00 Uhr: Jetzt liefert die Solaranlage
Im Laufe des Vormittags kann die PV-Erzeugung deutlich zunehmen. Jetzt lässt sich der selbst produzierte Strom direkt im Haushalt verwenden.
Sind entsprechend steuerbare Geräte eingebunden, kann der Solarstrom beispielsweise zum Laden eines E-Autos oder für die Wärmepumpe genutzt werden. Produziert die Anlage mehr Strom als aktuell benötigt wird, kann überschüssige Energie in einen Batteriespeicher fließen.
12:30 Uhr: Solarstrom für die Klimaanlage nutzen
An heißen Sommertagen gibt es eine praktische Überschneidung: Wenn intensive Sonneneinstrahlung das Haus aufheizt und die Klimaanlage gebraucht wird, liefert die Solaranlage häufig gleichzeitig viel Energie.
Ist die Klimaanlage entsprechend eingebunden, kann ein Teil dieses Verbrauchs über den eigenen Solarstrom gedeckt werden. Damit lässt sich die Kühlung stärker in Zeiten hoher Eigenerzeugung verlagern.
Genau hier liegt ein Vorteil eines vernetzten Energiesystems: Stromerzeugung und Verbrauch werden nicht isoliert betrachtet.
16:30 Uhr: Die Familie kommt nach Hause
Am Nachmittag kann der Verbrauch erneut steigen: Unterhaltungselektronik läuft, gekocht wird oder das E-Auto hängt an der Wallbox.
Solange die Solaranlage ausreichend Energie erzeugt, kann ein Teil davon direkt genutzt werden. Nimmt die Solarleistung später ab, kann zuvor gespeicherter Strom zur Verfügung stehen. Ein Speicher verschiebt damit einen Teil der tagsüber erzeugten Energie in verbrauchsstärkere Stunden.
Am Abend: Solarstrom vom Tag weiter nutzen
Nach Sonnenuntergang liefert die PV-Anlage keinen Strom mehr. Jetzt zeigt sich der Nutzen eines passend dimensionierten Batteriespeichers: Energie, die tagsüber nicht direkt benötigt wurde, kann am Abend zur Verfügung stehen.
Wie lange das funktioniert, hängt maßgeblich von Speicherkapazität, Ladezustand und aktuellem Stromverbrauch ab.
Warum ein Batteriespeicher den Unterschied machen kann
Eine PV-Anlage produziert ihren Strom vor allem tagsüber. Der Verbrauch eines Haushalts passt zeitlich aber nicht immer dazu.
Ein Batteriespeicher kann diese Lücke verkleinern: Überschüssiger Strom wird zwischengespeichert und steht beispielsweise abends zur Verfügung. Dadurch lässt sich mehr eigener Solarstrom selbst nutzen.
Das HEMS ergänzt den Speicher um die intelligente Steuerung. Es betrachtet nicht nur den aktuellen Ladezustand, sondern berücksichtigt verfügbare Energie und angeschlossene Verbraucher.
Was bringt ein dynamischer Stromtarif?
Intelligentes Energiemanagement wird besonders interessant, wenn neben Solarstrom und Speicher ein dynamischer Stromtarif ins Spiel kommt.
Der Strompreis eines solchen Tarifs ist nicht zu jeder Zeit gleich. Ein HEMS kann deshalb günstige Zeiträume berücksichtigen und flexible Verbräuche oder das Laden eines Speichers entsprechend optimieren. Beim evm+ Energiepilot ist ein dynamischer Tarif Voraussetzung, wenn das System von Schwankungen der Börsenstrompreise profitieren soll.
Das bedeutet aber nicht, dass Strom grundsätzlich nachts am günstigsten ist. Entscheidend sind die tatsächlichen Preise des jeweiligen Zeitfensters.
6 gute Gründe für Solaranlage, Speicher und Energiemanagement
1. Mehr Solarstrom selbst nutzen
Eine intelligente Steuerung hilft dabei, den eigenen Solarstrom passend zum Verbrauch einzusetzen.
2. Solarstrom zeitlich verschieben
Der Speicher macht Energie vom Dach auch dann verfügbar, wenn die Sonne weniger oder gar nicht mehr scheint.
3. Günstige Stromzeiten berücksichtigen
Mit einem dynamischen Tarif kann intelligentes Energiemanagement auf schwankende Preise reagieren.
4. Große Verbraucher intelligent einbinden
Wärmepumpe, Wallbox und andere kompatible Verbraucher lassen sich in ein vernetztes Energiesystem integrieren.
5. Energieflüsse transparent machen
Die evm+ App zeigt unter anderem Solarerzeugung, Verbrauch, Ladezustände sowie Auswertungen zu Eigenverbrauch und Autarkiegrad.
6. Weniger manuell steuern
Das HEMS übernimmt einen wesentlichen Teil der laufenden Optimierung automatisch. So muss nicht ständig selbst entschieden werden, wann gespeichert oder Strom verbraucht werden sollte.
Fazit
Eine Solaranlage erzeugt den Strom. Ein Batteriespeicher macht ihn zeitlich flexibler nutzbar. Und ein HEMS bringt Erzeugung, Speicherung und Verbrauch zusammen.
Gerade an einem warmen Sommertag wird das Zusammenspiel anschaulich: Während die Sonne Energie liefert, können Haushalt und geeignete Verbraucher möglichst viel davon direkt nutzen. Überschüsse lassen sich speichern. In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif können zusätzlich preisgünstige Zeitfenster für Netzstrom berücksichtigt werden.
Der entscheidende Vorteil liegt deshalb nicht in einer pauschalen Prozentzahl oder dem Versprechen vollständiger Unabhängigkeit. Entscheidend ist, die vorhandene Energie im eigenen Zuhause möglichst intelligent zu nutzen.
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