Kurz zusammengefasst

  • Eine Solaranlage und Wallbox ermöglichen es dir, dein Elektroauto mit Strom vom eigenen Dach zu laden.
  • Besonders viel Solarstrom kannst du direkt nutzen, wenn dein Auto während sonnenreicher Stunden zu Hause angeschlossen ist.
  • Eine intelligente Wallbox kann ihre Ladeleistung an die aktuelle Stromerzeugung deiner PV-Anlage anpassen.
  • Ein Energiemanagementsystem kann PV-Anlage, Haushalt, Wallbox und Batteriespeicher aufeinander abstimmen.
  • Einen Batteriespeicher brauchst du für die Kombination nicht zwingend. Er kann aber Solarstrom für eine spätere Nutzung speichern.
  • Eine Wallbox ist für das regelmäßige Laden die bessere Lösung als eine normale Haushaltssteckdose. Die Bundesnetzagentur rät aus Gründen der elektrischen Sicherheit vom regelmäßigen Laden über die Haushaltssteckdose ab.
  • Neue private Wallboxen mit einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 Kilowatt fallen grundsätzlich unter die Regelungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).

Warum Solaranlage und Wallbox gut zusammenpassen

Deine Photovoltaikanlage produziert Strom, sobald ausreichend Sonnenlicht auf die Solarmodule trifft. Verbrauchst du diesen Strom direkt zu Hause, spricht man von Eigenverbrauch. Dein Elektroauto kann dabei zu einem zusätzlichen großen Stromverbraucher werden.

Ist dein Auto angeschlossen, während die PV-Anlage ausreichend Strom erzeugt, kann dieser direkt über die Wallbox in die Fahrzeugbatterie fließen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für einen möglichst hohen Solarstromanteil vor allem das Laden tagsüber bei Sonnenschein.

Das macht die Kombination interessant: Dein Elektroauto ist nicht nur ein zusätzliches elektrisches Gerät im Haushalt. Mit einer passenden Steuerung kannst du die Ladezeiten gezielt an die Stromerzeugung auf deinem Dach anpassen.

Was ist PV-Überschussladen?

PV-Überschussladen bedeutet vereinfacht: Dein E-Auto lädt bevorzugt mit dem Solarstrom, den dein Haushalt gerade nicht benötigt.

Produziert deine Anlage beispielsweise mehr Strom, als Kühlschrank, Waschmaschine und andere Geräte zusammen verbrauchen, steht ein Überschuss zur Verfügung. Eine entsprechend ausgelegte Wallbox beziehungsweise ein Energiemanagement kann diesen Überschuss zum Laden des Elektroautos nutzen.

Dadurch wird die Ladeleistung nicht ausschließlich danach bestimmt, was Wallbox und Fahrzeug maximal aufnehmen könnten. Sie kann sich stattdessen am verfügbaren Solarstrom orientieren.

Warum der Zeitpunkt eine wichtige Rolle spielt

Photovoltaik produziert vor allem tagsüber Strom. Steht dein Auto tagsüber regelmäßig zu Hause, sind die Voraussetzungen für einen hohen Anteil selbst erzeugten Stroms beim Laden entsprechend günstig.

Bei einem Pendlerfahrzeug sieht das häufig anders aus: Verlässt du morgens das Haus und kommst erst abends zurück, überschneiden sich Stromerzeugung und Ladezeit weniger. Genau deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, wie viel deines Fahrstroms tatsächlich vom eigenen Dach kommen kann.

Intelligente Wallbox: Was bringt die Steuerung?

Eine intelligente Wallbox kann das Laden besser mit deiner Energieversorgung zu Hause verbinden. Im Zusammenspiel mit einem Energiemanagementsystem lässt sich die Ladeleistung beispielsweise daran ausrichten, wie viel PV-Strom gerade zur Verfügung steht.

Ein solches System kann neben der PV-Anlage und dem Elektroauto auch weitere Komponenten wie Batteriespeicher oder Wärmepumpe einbeziehen.

Brauche ich zusätzlich einen Batteriespeicher?

Nein. Eine Wallbox lässt sich auch ohne Batteriespeicher mit einer PV-Anlage kombinieren. Entscheidend ist dann vor allem, dass das Elektroauto zu Zeiten angeschlossen ist, in denen ausreichend Solarstrom produziert wird.

Ein Batteriespeicher kann die zeitliche Nutzung des Solarstroms flexibler machen. Überschüssige Energie wird zunächst gespeichert und kann später im Haushalt genutzt werden. Das kann sinnvoll sein, wenn Stromerzeugung und eigener Verbrauch zeitlich häufig auseinanderliegen.

Ob ein Speicher allein für das Laden des Elektroautos wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte jedoch individuell betrachtet werden. Die passende Auslegung hängt vom gesamten Energiesystem deines Hauses ab.

Welche Wallbox passt zu einer PV-Anlage?

Wenn du dein E-Auto gezielt mit Solarstrom laden möchtest, solltest du bereits bei der Auswahl darauf achten, dass Wallbox, Photovoltaikanlage und gegebenenfalls das Energiemanagement zusammenarbeiten können.

Wichtige Fragen sind:

  • Unterstützt die Wallbox PV-Überschussladen?
  • Kann ihre Ladeleistung automatisch geregelt werden?
  • Ist sie mit dem vorgesehenen Energiemanagement kompatibel?
  • Passt die Ladeleistung zu deinem Fahrzeug und deinem Hausanschluss?
  • Möchtest du später einen Batteriespeicher oder weitere elektrische Verbraucher einbinden?

Die Planung des Gesamtsystems ist daher oft sinnvoller, als PV-Anlage und Wallbox unabhängig voneinander auszuwählen.

11 oder 22 Kilowatt: Welche Ladeleistung brauche ich?

Mehr Ladeleistung ist nicht automatisch besser. Für private Haushalte bezeichnet der ADAC laut aktuellem evm-Ratgeber 11 Kilowatt in der Regel als ausreichend. Wallboxen können je nach Ausführung Ladeleistungen bis 22 Kilowatt ermöglichen.

Für das Zusammenspiel mit Photovoltaik ist zudem eine andere Frage wichtig: Wie flexibel kann die Wallbox ihre Ladeleistung anpassen?

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Elektroautos aus technischen Gründen mit mindestens rund 1,4 Kilowatt geladen werden. Für direktes Solarladen muss diese Leistung nach Abzug des aktuellen Haushaltsverbrauchs zur Verfügung stehen.

Welche Lösung zu deinem Haus und Fahrzeug passt, sollte deshalb im Rahmen der technischen Planung geklärt werden.

Warum eine Wallbox besser als die Haushaltssteckdose ist

Eine normale Steckdose ist nicht als dauerhafte Ladelösung für ein Elektroauto gedacht.

Die Bundesnetzagentur empfiehlt für das Laden zu Hause eine Wallbox. Hintergrund ist, dass die Elektroinstallation in Wohngebäuden nicht grundsätzlich für hohe Ladeströme über lange Zeiträume ausgelegt ist.

Vor der Installation sollte deshalb eine Elektrofachkraft unter anderem Hausanschluss, Leitungen, Zählerschrank sowie Schutz- und Steuerungstechnik prüfen.

Muss ich meine Wallbox beim Netzbetreiber anmelden?

Ja. Eine private Wallbox muss dem zuständigen Netzbetreiber vor ihrer Inbetriebnahme mitgeteilt werden. Bei einer Summen-Bemessungsleistung von mehr als 12 Kilovoltampere ist nach den Angaben der Bundesnetzagentur zusätzlich eine vorherige Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich.

Außerdem sind die Regeln des § 14a EnWG relevant. Neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 Kilowatt fallen grundsätzlich unter dieses Regelwerk. Dazu gehören auch private Ladeeinrichtungen für Elektroautos.

Bei drohender lokaler Netzüberlastung darf der Netzbetreiber den Strombezug einer solchen Verbrauchseinrichtung temporär reduzieren. Die Bundesnetzagentur nennt dabei 4,2 Kilowatt als Mindestleistung. Der reguläre Haushaltsstrom ist von dieser Steuerung nicht betroffen. Im Gegenzug ist eine Reduzierung der Netzentgelte vorgesehen.

Wann lohnt sich eine Solaranlage mit Wallbox?

Eine pauschale Antwort wäre nicht seriös. Wie gut die Kombination wirtschaftlich funktioniert, hängt von deinem individuellen Nutzungsprofil ab.

Besonders günstig sind die Voraussetzungen grundsätzlich, wenn:

  • du über ein geeignetes Dach für Photovoltaik verfügst
  • du regelmäßig zu Hause lädst
  • dein Elektroauto während sonnenreicher Zeiten angeschlossen werden kann
  • die Wallbox ihre Ladeleistung an den vorhandenen Solarstrom anpassen kann
  • PV-Anlage, Wallbox und gegebenenfalls Speicher gemeinsam geplant werden

Für eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sind unter anderem Anlagengröße, Stromverbrauch, Fahrleistung, Ladezeiten, Investitionskosten und erwarteter Solarertrag relevant.

Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur die einzelnen Komponenten zu vergleichen, sondern das Energieprofil des gesamten Haushalts zu betrachten.

Solaranlage, Wallbox und Speicher gemeinsam denken

Wer heute eine Solaranlage plant, sollte auch den zukünftigen Strombedarf im Blick behalten. Elektroauto, Batteriespeicher oder Wärmepumpe verändern das Verbrauchsprofil eines Haushalts deutlich.

Genau hier wird Energiemanagement interessant: Anstatt jede Komponente separat zu betreiben, lassen sich Erzeugung, Speicherung und Verbrauch aufeinander abstimmen.

Fazit

Eine Solaranlage und Wallbox können sich sinnvoll ergänzen: Dein Elektroauto wird zu einem zusätzlichen Verbraucher für den selbst erzeugten Strom. Besonders gut funktioniert das, wenn das Fahrzeug häufig zu Zeiten hoher PV-Erzeugung angeschlossen ist und eine intelligente Steuerung die Ladeleistung an den verfügbaren Solarstrom anpasst.

Wer neu plant, sollte deshalb PV-Anlage, Wallbox, Energiemanagement und einen möglichen Batteriespeicher nicht isoliert betrachten. Entscheidend ist eine Lösung, die zum Haus, zum Fahrzeug und zum persönlichen Verbrauchs- und Fahrprofil passt.

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