Umwelt-Omnibus soll Eigenverantwortung stärken: IED im Fokus

Die europäische Industrieemissionsrichtlinie (IED) wurde 2024 umfassend überarbeitet. Mit der Änderungsrichtlinie (EU) 2024/1785, die am 4. August 2024 in Kraft getreten ist, kommen auf Betreiber von Industrieanlagen weitreichende Neuerungen zu. Besonders relevant: Erstmals wird ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 oder EMAS verpflichtend für alle Anlagen, die unter die IED fallen. 

Im Dezember 2025 hat die EU-Kommission nun den sogenannten Umwelt-Omnibus vorgestellt — ein Paket zur Vereinfachung und Modernisierung verschiedener Umweltvorschriften. Welche Rolle spielt die Einführung eines Umweltmanagementsystems für Anlagenbetreiber zukünftig? 

Die IED-Novelle 2024: UMS wird Pflicht 

Die IED ist das zentrale europäische Regelwerk zur Begrenzung von Emissionen aus Industrieanlagen. Die Novelle 2024 stärkte die Richtlinie deutlich und führte neue Anforderungen ein. 

Pflicht zum Umweltmanagementsystem für alle IED-Anlagen 

Laut Novelle müssen künftig alle Anlagen im Geltungsbereich der IED ein Umweltmanagementsystem einführen. Wesentliche Eckpunkte: 

  • Pflicht für alle IED-Anlagen, unabhängig von Branche oder Größe 
  • Einführung bis Juli 2027 
  • Externe Auditierung mindestens alle drei Jahre 

Das UMS soll sicherstellen, dass Betreiber Emissionen systematisch überwachen, Risiken frühzeitig erkennen und kontinuierlich Verbesserungen umsetzen. Das UMS wird damit zum zentralen Compliance-Instrument, um die neuen Vorgaben effizient und rechtssicher umzusetzen. 

Was ändert sich mit dem Umwelt-Omnibus? 

Der Umwelt-Omnibus der EU-Kommission zielt darauf ab, Umweltvorschriften zu vereinfachen, Verfahren zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen.  Die Pflicht zum Umweltmanagementsystem bleibt dabei vollständig bestehen. Auch wenn der Omnibus die UMS-Pflicht nicht berührt, verändert er den regulatorischen Kontext: 

Mehr Eigenverantwortung der Unternehmen 

Der Omnibus setzt stärker auf vereinfachte Verfahren und reduzierte Berichtspflichten. Das bedeutet: 

  • Weniger externe Kontrolle 
  • Mehr interne Steuerung 
  • Höhere Bedeutung eines funktionierenden UMS 

Schnellere Genehmigungen 

Verschlankte Verfahren können Unternehmen helfen — vorausgesetzt, das UMS liefert belastbare Daten und Nachweise. 

 Was bedeutet das für Unternehmen? 

✔ Pflicht: UMS bis 2027 einführen 

Die UMS-Pflicht ist eindeutig und rechtsverbindlich. Unternehmen sollten frühzeitig mit der Umsetzung beginnen. 

✔ UMS als strategischer Vorteil 

Ein gut implementiertes UMS ermöglicht: 

  • Effiziente Erfüllung neuer IED-Anforderungen 
  • Bessere Vorbereitung auf Genehmigungsverfahren 
  • Nachweisbare Compliance gegenüber Behörden 
  • Integration in Nachhaltigkeitsberichterstattung 

Fazit 

Die IED-Novelle 2024 brachte eine der wichtigsten Veränderungen der letzten Jahre: ein verpflichtendes Umweltmanagementsystem für alle IED-Anlagen. Der Umwelt-Omnibus ändert diese Pflicht nicht, verstärkt aber die Bedeutung eines UMS, weil er auf mehr Eigenverantwortung und weniger externe Kontrolle setzt. 

Für Unternehmen bedeutet das: Jetzt handeln, UMS aufbauen und strategisch nutzen. 

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