Deutsche Erdgasimporte: Wie sich die Versorgung seit 2022 verändert hat

Hohe Importabhängigkeit als Ausgangslage 

Deutschland deckt den überwiegenden Teil seines Erdgasbedarfs über Importe. Eigene Fördermengen spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Entsprechend sensibel reagiert der Markt auf Veränderungen bei Lieferländern, Transportwegen und geopolitischen Rahmenbedingungen. 

Bis Anfang 2022 stammte ein erheblicher Anteil des importierten Erdgases aus Russland. Diese Struktur änderte sich im Verlauf desselben Jahres deutlich. 

Bruch im Jahr 2022: Wegfall russischer Lieferungen 

Im Laufe des Jahres 2022 drosselte Russland die Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 schrittweise. Ende August 2022 wurden die Lieferungen vollständig eingestellt. In den Importdaten ist dieser Einschnitt klar erkennbar: Der zuvor relevante Beitrag russischen Pipelinegases fiel innerhalb weniger Monate praktisch auf null. 

Dieser Einschnitt zwang den deutschen Gasmarkt dazu, die Versorgung kurzfristig über andere Quellen sicherzustellen. 

Neue Importstruktur: Norwegen, Benelux und LNG 

Seit dem Wegfall russischer Lieferungen haben sich die Importquellen deutlich diversifiziert. Im Zeitraum von 2023 bis 2025 zeigt sich ein stabiles neues Muster: 

  • Norwegen ist der wichtigste einzelne Lieferant von Erdgas nach Deutschland geworden. 
  • Belgien und die Niederlande spielen eine zentrale Rolle als Transit- und Handelsdrehscheiben innerhalb des europäischen Gasmarkts. 
  • Flüssigerdgas (LNG) ergänzt die Versorgung über verschiedene Importterminals und gewinnt seit 2022 sichtbar an Bedeutung. 

Die tagesbasierten Importdaten der Bundesnetzagentur zeigen, dass sich die Gesamtimportmengen nach dem starken Rückgang im Jahr 2022 auf einem neuen Niveau stabilisiert haben. Schwankungen sind weiterhin vorhanden, folgen jedoch eher saisonalen Mustern als strukturellen Brüchen. 

Entwicklung 2023 bis 2025: Stabilisierung auf neuem Niveau 

In den Jahren 2023, 2024 und 2025 blieb das Importvolumen insgesamt relativ konstant. Gleichzeitig zeigt sich eine breitere Streuung der Herkunftsländer, wodurch die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten reduziert wurde. 

LNG-Importe fungieren dabei als zusätzliche Flexibilitätsoption, während Pipelinegas aus Norwegen sowie aus Belgien und den Niederlanden die Grundversorgung sicherstellt. Die Importstruktur ist damit weniger konzentriert als vor 2022. 

Einordnung: Strukturwandel ohne politische Bewertung 

Die Entwicklung der Erdgasimporte seit 2022 zeigt vor allem eines: Der deutsche Gasmarkt hat sich in kurzer Zeit strukturell neu ausgerichtet. Die Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferland wurde reduziert, während alternative Bezugsquellen an Bedeutung gewonnen haben. 

Diese Veränderungen lassen sich rein datenbasiert nachvollziehen. Sie sagen zunächst nichts über zukünftige politische Entscheidungen aus, sondern beschreiben den aktuellen Zustand der Versorgung und die Anpassungsfähigkeit des Marktes. 

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