Stromproduktion wird effizienter: Immer weniger Energie für eine Kilowattstunde

Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebungen zeigt die Kennzahl für Primärenergie in der Stromerzeugung, dass Deutschlands Kraftwerke weniger als eine Kilowattstunde Primärenergie benötigen, um eine Kilowattstunde Strom zu produzieren. Hinter dieser Entwicklung steckt weit mehr als ein statistischer Fortschritt – sie steht sinnbildlich für den nachhaltigen Umbau des deutschen Energiesystems und den kontinuierlichen Anstieg der Energieeffizienz im Strommix.

Ein klarer Trend zur Effizienz

Das Internationale Institut für Nachhaltigkeitsanalysen und -strategien (IINAS) ermittelt jährlich den sogenannten „nichterneuerbaren kumulierten Energieverbrauch“ (KEVne) für den deutschen Strom-Mix. Im Jahr 2024 ist dieser Wert auf 0,92 Kilowattstunden Primärenergie pro Kilowattstunde Strom gesunken – und damit erstmals unter die Marke von 1,0 gefallen. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag der Wert noch bei 2,71, 2016 bei 1,9.

Das bedeutet: Heute wird fast doppelt so effizient Strom erzeugt wie vor 25 Jahren. Gründe dafür sind der Ausbau erneuerbarer Energien, der Rückgang fossiler Brennstoffe und die zunehmende Modernisierung von Anlagen und Netzen.

Deutlicher Rückgang der Emissionen

Parallel dazu sinken auch die Treibhausgasemissionen je erzeugter Kilowattstunde Strom. Nach Berechnungen der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) betrug der Wert im Jahr 2024 343 Gramm CO₂-Äquivalente pro Kilowattstunde – rund 40 Prozent weniger als noch 2016. Auch hier zeigt sich: Je stärker Wind, Sonne und Biomasse zur Stromerzeugung beitragen, desto klimafreundlicher wird der deutsche Energiemix.

Für die kommenden Jahre erwartet die HEA einen weiteren Rückgang. Schon 2030 soll der KEVne auf etwa 0,47 sinken, die spezifischen Emissionen auf rund 113 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde. Bis 2050 könnte der Primärenergieeinsatz mit 0,11 fast vernachlässigbar sein – ein Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Technologische und strukturelle Fortschritte

Die stetige Verbesserung der Energieeffizienz ist nicht allein das Resultat technischer Innovationen. Auch strukturelle Veränderungen tragen dazu bei. So sind viele ältere Kohlekraftwerke vom Netz gegangen, während moderne Gaskraftwerke flexibler und effizienter arbeiten. Parallel dazu wächst der Anteil von Solar- und Windenergie, die ganz ohne Brennstoff auskommen.

Hinzu kommt der Rückgang von Netzverlusten durch modernisierte Leitungen und intelligente Laststeuerung. Der Unterschied zwischen erzeugter und tatsächlich verbrauchter Energie – der sogenannte „Netzverlust“ – wird kontinuierlich kleiner.

Bedeutung für Unternehmen und Verbraucher

Für Unternehmen und Privathaushalte bedeutet die höhere Effizienz, dass der Strommix nicht nur klimafreundlicher, sondern auch energiewirtschaftlich stabiler wird. Je geringer der Primärenergieeinsatz, desto weniger abhängig ist die Versorgung von fossilen Importen und deren Preisschwankungen.

Zudem spielt der KEVne eine wichtige Rolle bei der Festlegung der Primärenergiefaktoren (PEF), die etwa in der Gebäudeenergiegesetzgebung (GEG) verwendet werden. Ein niedrigerer Faktor verbessert die energetische Bewertung von Stromheizsystemen oder Wärmepumpen – und macht diese langfristig noch attraktiver.

Ein weiterer Schritt zur Klimaneutralität

Auch wenn Deutschland in der Energiewende noch vor großen Herausforderungen steht, zeigen die neuen Zahlen deutlich: Der Weg zur klimaneutralen Stromerzeugung ist eingeschlagen – und wirkt. Jede installierte Windkraftanlage, jede Solaranlage und jede eingesparte Kilowattstunde trägt dazu bei, die Energieeffizienz weiter zu steigern.

Für die Region Koblenz und das Versorgungsgebiet der evm ist dieser Trend ein gutes Signal. Die zunehmende Effizienz und der sinkende CO₂-Ausstoß sind ein Beleg dafür, dass der Wandel im Energiesystem ankommt – in den Städten, Gemeinden und Betrieben vor Ort.

FAQ

  • Was bedeutet KEVne eigentlich genau?

    Der KEVne (nichterneuerbarer kumulierter Energieverbrauch) beschreibt, wie viel Primärenergie aus fossilen Quellen nötig ist, um eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen. Ein niedriger Wert zeigt eine höhere Effizienz und einen größeren Anteil erneuerbarer Energien.

  • Warum ist dieser Wert für Verbraucher relevant? 

    Je effizienter der Strommix, desto stabiler und umweltfreundlicher ist die Energieversorgung. Davon profitieren Haushalte und Unternehmen gleichermaßen – durch geringere CO₂-Emissionen und langfristig stabilere Preise.

  • Welche Rolle spielt die evm in diesem Zusammenhang?

    Die evm unterstützt den regionalen Ausbau erneuerbarer Energien und investiert in moderne Netzinfrastruktur. Damit trägt sie dazu bei, dass Effizienzgewinne nicht nur statistisch messbar sind, sondern auch direkt in der Region spürbar werden.


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