Aktuelle Informationen zur Erdgasversorgung

Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt, diese findest Du hier unten auf der Seite. In einem Video gibt Dir unser Pressesprecher auch noch einmal persönlich alle Hintergrundinformationen und Auskünfte zur Alarmstufe des Notfallplans Gas am Energiemarkt und was das für die Preise bedeutet. Wir alle sind dazu angehalten, Energie zu sparen. Damit reduzierst Du gleichzeitig Deine Kosten. Wie Dir das gelingt, zeigen unsere wertvollen Energiespartipps

Fragen zur Preisentwicklung

  • Wie entwickeln sich die Gaspreise?

    Die Preise für Erdgas sind auf den europäischen Energiemärkten in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Innerhalb eines Jahres haben sich die Preise für die Erdgasbeschaffung mehr als verfünffacht – das gab es bisher noch nie. Grund dafür sind reduzierte Gaslieferungen aus Russland und die weltweit gestiegene Nachfrage.

     

    Fachleute aus Politik und Energieverbänden gehen auch für die kommenden Monate von einem höheren Preisniveau beim Erdgaskauf aus. In diesem herausfordernden Marktumfeld haben zahlreiche Discountanbieter die Belieferung ihrer Kunden bereits kurzfristig eingestellt bzw. sind in die Insolvenz gegangen.

     

    Die evm steht für eine zuverlässige Versorgung ihrer Kundinnen und Kunden. Vor dem Hintergrund anhaltend hoher Beschaffungspreise und neuer gesetzlicher Umlagen auf den Gaspreis sind wir gezwungen, die Tarife entsprechend anzupassen. Je nach Tarif ist dies zum 1. August bzw. zum 1. September 2022 erfolgt. Weitere Preisanpassungen sind auch in nächster Zeit nicht auszuschließen. Aufgrund vorausschauender Einkaufspolitik ist es uns aber gelungen, die Preise länger stabil zu halten als viele Mitbewerber.

     

  • Welche neuen Umlagen wurden von der Bundesregierung eingeführt?

    Um die Versorgung mit Erdgas in Deutschland zu sichern, hat die Bundesregierung Maßnahmen ergriffen. Diese sollen dafür sorgen, dass Industrie und Privatkunden im Falle einer Gasmangellage möglichst gut durch die Krise kommen, gleichzeitig kommen damit aber weitere Kosten auf Verbraucherinnen und Verbraucher zu:

     

    Gasspeicherumlage: Um für einen russischen Lieferstopp gewappnet zu sein, werden aktuell die deutschen Erdgasspeicher mit Hochdruck gefüllt. Das Energiespeichergesetz schreibt vor, dass bis Anfang November die Speicher nahezu voll sein müssen. Die Kosten für die Befüllung der Speicher werden auf alle Gaskunden umgelegt und dafür die neue Gasspeicherumlage für den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2025 eingeführt, die von allen Gaskunden getragen wird, um die Versorgung im nächsten Winter zu sichern.

     

    Gasbeschaffungsumlage: Russland liefert weniger Gas, deshalb müssen viele Gasimporteure kurzfristig teuren Ersatz beschaffen – was diese in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Damit die Unternehmen nicht insolvent werden und die Versorgung weiter gesichert ist, führt die Bundesregierung für den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2024 eine Gasbeschaffungsumlage ein. Sie soll verhindern, dass es in großem Umfang zu Versorgungsausfällen kommt.

  • Wie funktioniert die neue Gasbeschaffungsumlage? 

    Die neu geschaffene Umlage nach §26 Energiesicherungsgesetz ermöglicht es Gasimporteuren, von denen Energieversorger wie die evm ihr Gas beziehen, den Großteil ihrer massiv gestiegenen Einkaufspreise weiterzugeben. Es ist geplant, dass Gasimporteure 90 Prozent der höheren Beschaffungskosten über die Umlage weitergeben können. Wie hoch die Umlage ist, hängt wesentlich von Umfang und Preis des als Ersatz beschafften Erdgases sowie von der Nachfrage ab. Die Umlage wird von allen Gaskunden in Deutschland gleichermaßen getragen. Das bedeutet, dass jede Kilowattstunde Gas, die in Deutschland verbraucht wird, mit demselben Betrag beaufschlagt wird. Auch die evm ist verpflichtet, diese Umlage an ihre Kundinnen und Kunden weiter zu berechnen. Über die Höhe informiert die evm ihre Kundschaft rechtzeitig schriftlich.

  • Auf welche Preiserhöhungen müssen sich Verbraucher und Verbraucherinnen denn noch einstellen? 

    Laut Bundesnetzagentur müssen Gaskunden von 2023 an mit noch höheren Abschlägen rechnen. Demnach müssten Gaskunden, die jetzt 1.500 Euro jährlich für Gas zahlen, künftig mit 4.500 Euro rechnen. Die Großhandelspreise haben sich teilweise schon versiebenfacht. Verzögert werden dies auch die Verbraucher zu spüren bekommen.

     

    Wenn die Lieferungen aus Russland dauerhaft ausbleiben sollten, wird das auf den Beschaffungsmärkten zu weiteren Preissteigerungen führen. Richtig ist aber auch, dass wir in Deutschland aktuell mehr als 65 Prozent der Gasmengen aus anderen Ländern, wie zum Beispiel Norwegen, importieren. Diese Mengen werden uns auch zukünftig stabil zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden vier neue Terminals für den Import von flüssigem Erdgas nach Deutschland uns unabhängiger von Russland machen.

  • Warum erhöht sich mein Abschlag so stark? 

    Dein Abschlag ist eine Teilzahlung bzw. Anzahlung auf die bereits geleisteten Energielieferungen. Die Höhe des Abschlages orientiert sich an Deinem voraussichtlichen jährlichen Energieverbrauch und dem Preis. In der Jahresverbrauchsabrechnung werden die geleisteten Abschlagszahlungen mit Deinem tatsächlich ermittelten Verbrauch verrechnet. Weil die Preise für Erdgas so stark angestiegen sind und um Dich vor hohen Nachzahlungen zu schützen, haben wir Deinen Abschlag erhöht.

  • Kann ich meinen Abschlag individuell anpassen?

    Die Preise für Strom und Gas kennen aktuell leider nur eine Richtung: steil nach oben. Daher empfehlen wir unbedingt, den Abschlag nicht zu senken, denn jeder Monat mit zu geringem Abschlag erhöht die Nachzahlung bei der Jahresrechnung. Gerne beraten wir Dich zu Deiner optimalen Abschlagshöhe unter Tel. 0261 402-11111

  • Was kann ich tun, wenn das Geld in der Haushaltskasse knapp zu werden droht und die Energiekosten zum Problem werden?

    Wir empfehlen, Deine Kosten stets sorgfältig im Blick zu haben. Überprüfe dafür regelmäßig Deine Zählerstände, wieviel Energie Du verbrauchst und ob Dein Abschlag noch richtig kalkuliert ist. Meist fällt es leichter, die laufenden Kosten etwas nach oben zu korrigieren – statt plötzlich eine nicht eingeplante, hohe Nachzahlung schultern zu müssen. Um unerwartet hohen Nachzahlungen vorzubeugen, solltest Du rechtzeitig Deine Abschläge anpassen lassen. Wir beraten Dich in einem unserer 14 Kundenzentren oder telefonisch unter 0261 402-11111 gerne, ob und in welcher Höhe eine Abschlagsanpassung sinnvoll ist.

    Grundsätzlich gilt: Rechnungen und Abschläge müssen pünktlich bezahlt werden. Zahlungen für Strom, Heizung und Miete sollten immer Vorrang haben und vor allen anderen Rechnungen beglichen werden. Uns ist allerdings sehr wohl bewusst, dass manche Umstände dies erschweren können und gerade die aktuelle Situation eine besondere Herausforderung für viele Haushalte darstellt. Sprich uns an, wenn Du Zahlungsschwierigkeiten hast. Gemeinsam finden wir eine Lösung. 

  • Wie kann die evm bei Zahlungsschwierigkeiten helfen?

    Wir sind für Dich da, und wir finden gemeinsam eine Lösung. Einvernehmlich lassen sich kurzfristig Zahlungsaufschübe und/oder Ratenzahlungen vereinbaren und mittelfristig Energiesparmöglichkeiten aufzeigen.

    Ganz wichtig zu wissen: Falls Du, aus welchen Gründen auch immer, in Zahlungsverzug gerätst, nehmen wir Kontakt mit Dir auf, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Bei Nichtbezahlung von Energierechnungen oder monatlichen Abschlägen drohen nämlich zusätzliche Kosten durch Beantragung von Mahnbescheiden, Gerichtskosten sowie Inkasso- und Sperrgebühren.

    Wichtig ist, dieses Gesprächsangebot anzunehmen. Gemeinsam – gegebenenfalls auch unter Einbindung externer Beratungs- oder Förderstellen sowie Sozialverbänden und -einrichtungen - lassen sich einvernehmliche Lösungen entwickeln, bevor unnötige Kosten entstehen – oder eine Sperrung droht.

  • Wie unterstützt die evm Kunden dabei, Energie und Kosten einzusparen?

    Wir haben hier auf unserer Internetseite zahlreiche hilfreiche Tipps für Dich zusammengestellt. Außerdem können wir Dich beraten, ob zum Beispiel der Wechsel in einen anderen Tarif sinnvoll ist. Den Tarifcheck kannst Du in einem unserer 14 Kundenzentren oder auch telefonisch unter 0261 402-11111 vornehmen lassen. Wir beraten Dich gerne.

  • Ist es sinnvoll, die Gasheizung im Winter abzustellen und stattdessen mit Heizlüftern oder Radiatoren zu heizen?

    Ganz klar: nein. Elektrische Heizgeräte wie Heizlüfter, Radiotoren und Konvektoren sind nicht dafür gemacht, eine Heizung zu ersetzen und sollten daher nur mit Bedacht eingesetzt werden. Aufgrund des sehr hohen Stromverbrauchs können sie den Stromverbrauch eines Haushalts sehr stark erhöhen. Das führt nicht nur zu hohen Kosten, sondern kann auch die Stromnetze überlasten. Diese sind nicht auf einen solchen Anstieg des Stromverbrauchs ausgelegt. Schalten beispielsweise an einem kalten Winterabend viele Haushalte gleichzeitig in einem Gebiet ihre Heizlüfter an, könnte das die Netze schnell überfordern.

    Daher ist es viel wichtiger, Energie zu sparen. Hier kann und sollte jeder mithelfen. In fast jedem Haushalt gibt es noch Möglichkeiten, Energie einzusparen – etwa durch kürzeres Duschen oder einen professionellen Heizungscheck. Und zu Beginn der Heizperiode sollte sich jeder überlegen, ob ein oder zwei Grad weniger Raumtemperatur nicht auch ausreichend sind.

Fragen zur Versorgungssicherheit

  • Was ist der Notfallplan Gas?

    Im Notfallplan Gas wird das Vorgehen aller Akteure in Politik und Wirtschaft im Falle eines drohenden Gasengpasses festgelegt. Hierin gibt es drei Eskalationsstufen: Die Frühwarnstufe, die Alarmstufe und die Notfallstufe. Es wird außerdem festgelegt, welche Verbrauchergruppen besonders geschützt sind. Darunter fallen unter anderem Haushaltskunden und kleinere Gewerbekunden, Krankenhäuser, Feuerwehren, etc. Sie werden auch im Falle eines Engpasses weiter beliefert. Rechtlich sind der Notfallplan und die darin enthaltene Gruppe besonders geschützter Kunden im Energiewirtschaftsgesetz (§53a EnWG) verankert.

  • Was bedeutet die Ausrufung der Alarmstufe in der Gasversorgung?

    Das Bundeswirtschaftsministerium hat am 23. Juni 2022 die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Das Ministerium hat damit festgestellt, dass eine hohe Gefahr langfristiger Unterversorgung besteht. Das hat vor allem mit der Reduzierung der Gaslieferungen aus Russland zu tun, aber auch damit, dass die Gasspeicher noch schneller befüllt werden sollen. Um die Wärmeversorgung im Winter sicherzustellen, ist es notwendig, die Gasspeicher weiter zu füllen. Die Voraussetzungen schafft die Alarmstufe.

  • Welche Folgen hat die Alarmstufe konkret?

    Mit der Alarmstufe werden alle Gasverbraucherinnen- und verbraucher aufgefordert, ihren Gasverbrauch zu reduzieren. Jede eingesparte Kilowattstunde hilft. Das Ministerium hat angekündigt, die Gaskraftwerke, die Strom produzieren, vom Netz zu nehmen. Die notwendigen Strommengen sollen stattdessen durch eine Wiederinbetriebnahme von Kohlekraftwerken erzeugt werden. Außerdem werden für Firmen Anreize geschaffen, ihren Gasverbrauch zu reduzieren. Staatliche Eingriffe sieht die Alarmstufe nicht vor.

  • Wäre die auf Erdgas basierende Energieversorgung in Deutschland bei einem Lieferstopp aus Russland gefährdet?

    Sicher ist: In den kommenden Monaten wird jeder private Gas- und Fernwärmekunde versorgt. Wir haben in Europa Sicherungsmechanismen, die in einer Engpasssituation greifen. In jedem Fall sind Haushaltkunden und Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt. Auch würden im Falle eines Engpasses vertraglich geregelte Abschaltvereinbarungen mit der Industrie oder der Wechsel auf andere Energieträger die Nachfrage nach Erdgas drosseln.

     

    Die Energiewirtschaft steht in engem Austausch mit der Bundesregierung bzw. vor allem mit dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) und der Bundesnetzagentur. Sie beobachtet die aktuelle Lage genau und bewertet sie regelmäßig entlang der bestehenden Vorsorgepläne.

  • Wie sehen Alternativen aus, um Deutschland weiter mit Erdgas zu versorgen?

    Europa kann auf einen breiten Liefermix bauen: Gas kommt gewissermaßen aus allen Himmelsrichtungen nach Europa und somit auch nach Deutschland. Hinzu kommt die sehr gute Gasspeicher-Infrastruktur, insbesondere in Deutschland, sowie das europäische Gas-Verbundnetz, das den innereuropäischen Gas-Austausch ermöglicht und das in den vergangenen Jahren immer stärker ausgebaut worden ist.

     

    Aktuell kommt auch verstärkt Flüssigerdgas via Großtanker aus den USA. In gewissem Umfang besteht die Möglichkeit, zusätzliche Flüssigerdgas-Mengen zu beziehen. Die derzeit größten LNG-Anbieter sind Katar, Australien und auch die USA. Insbesondere dort sind viele Produzenten in der Lage, ihre Angebotsmenge kurzfristig auszuweiten, um auf Nachfrageschwankungen zu reagieren.

  • Wie ist der Füllstand der deutschen Gasspeicher?

    Die deutschen Gasspeicher sind bereits gut gefüllt. Bis zum Winter soll der Speicherstand 90 % betragen.  

     

    Tagesaktuelle Daten zu den Gasspeicherfüllständen in Europa findest Du hier.

  • Kann die Erdgas-Versorgung ohne Russland im nächsten Winter gesichert werden?

    Die Energiewirtschaft beobachtet die Situation sehr genau und ist in ständigem Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium, um die Lage zu analysieren. Je besser wir die Gasversorgung diversifizieren können, desto besser können wir uns auf die Situation vorbereiten. Für einen Wegfall der Importe brauchen wir zusätzliche Strukturen und den starken europäischen Verbund.